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Fränkische Backstubn: sieht Insolvenz als Chance

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Mittelfranken. (ag / ruk) Die Fränkische Backstubn GmbH + Co. KG, vertreten durch die persönlich haftende Gesellschafterin Fränkische Backstubn Verwaltungs-GmbH, beide mit Sitz in Ellingen, letztere vertreten durch Geschäftsführer Helmut Traublinger aus Pleinfeld/Ramsberg, hat am 13. Februar vor dem Amtsgericht Ansbach Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Alexander Raab aus Fürth (1.IN.25/17).

Die Fränkische Backstubn ist 2007 neu gegründet worden, heißt es auf der Homepage. Was das Backen anbelangt, sind die Fachleute vor Ort jedoch «alte Hasen». Das Unternehmen ist in der gesamten Region an vielen Stellen, sowohl im Lebensmittel- Einzelhandel als auch mit eigenen Verkaufsstätten vor Ort präsent. «Der Betrieb mit rund 110 Mitarbeitern und 24 Filialen wird im Rahmen der vorläufigen Insolvenzverwaltung zunächst uneingeschränkt fortgeführt», sagt Rechtsanwalt Raab. «Während dieser Zeit erhalten die Mitarbeiter Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit».

Das Unternehmen betreibt in erster Linie Vorkassen-Filialen in Supermärkten. In den vergangenen Jahren war die Geschäftsentwicklung des Unternehmens geprägt durch die wachsende Konkurrenz, insbesondere von einer zunehmenden Zahl an Backstationen in Supermärkten. Trotz dessen gelang es dem Unternehmen zunächst noch, sich diesem Trend entgegenzustellen und im Jahr 2016 die Umsätze zu steigern. Zum Jahreswechsel wurden durch zwei Supermarktketten jedoch die Mietverträge für zwei der umsatzstärksten Filialen gekündigt. Damit verliert das Unternehmen in Kürze rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes.

Alexander Raab: «Aufgrund der Kostenstruktur des Unternehmens war es für die Geschäftsleitung absehbar, dass dieser Umsatzeinbruch nicht kurzfristig kompensiert werden kann. Durch Eröffnung neuer Filialen an anderen Standorten hätte diese Entwicklung zwar abgefangen werden können, allerdings nur mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung. Aufgrund der Liquiditätssituation hätte dieser Zeitraum jedoch nicht überbrückt werden können. Das Unternehmen entschied sich daher, Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zu stellen».

«Wir bedauern diesen Schritt in die Insolvenz außerordentlich, sehen aber hier die Möglichkeit für einen Neubeginn», betont Geschäftsführer Helmut Traublinger. «Die Fränkische Backstubn hat einen funktionierenden Geschäftsbetrieb, gute Mitarbeiter und gutes Ansehen bei den Kunden – sie ist es wert, weiter zu bestehen. Zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter streben wir nunmehr eine Sanierung an, mit dem Ziel, alle Filialen und Arbeitsplätze zu erhalten und das Unternehmen wieder in eine positive Zukunft zu führen».

Die Mitarbeiter des Unternehmens wurden durch Rechtsanwalt Raab über die aktuelle Situation und das weitere Verfahren informiert. Dabei appellierte der vorläufige Insolvenzverwalter an die Mitarbeiter, dem Unternehmen die Treue zu halten um die Grundlage für eine nachhaltige Sanierung zu schaffen.

In den nächsten Wochen werden potentielle Investoren angesprochen. Erste Interessenten sind laut Auskunft der Fürther Kanzlei bereits vorhanden. Zudem werden auch die Möglichkeiten für eine Sanierung aus eigener Kraft heraus intensiv geprüft. Bis zu einer Entscheidung über die weitere Zukunft des Unternehmens wird der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fortgeführt (Foto: pixabay.com).