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Mestemacher: Erlöse steigen um 3,3 Prozent

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Bildunterschrift: Obere Reihe von links: Fritz Detmers, geschäftsführender Gesellschafter in der Mestemacher-Gruppe (MMG); Helma Detmers, Gesellschafterin MMG; Prof. Dr. Ulrike Detmers, Gesellschafterin, Mitglied der zentralen Unternehmensleitung und Sprecherin MMG; Albert Detmers, geschäftsführender Gesellschafter MMG. Untere Reihe von links: Mark Luther, Einkaufsleiter MMG; Christine Detmers, Geschäftsführerin der Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH; Marta Glowacka, Kaufmännische Geschäftsführerin MMG; Anita Bruns-Thedieck, Vertriebsdirektorin MMG; Kim Folmeg, Geschäftsführer Technik, Produktion und Qualitätssicherung MMG (Foto: obs/mm/Randi Blomberg).
 
Gütersloh. (mm) Die Mestemacher GmbH hat im Geschäftsjahr 2016 ein Umsatzwachstum von 3,3 Prozent erzielt. den Gruppenumsatz beziffert das Unternehmen auf 156,1 Millionen Euro (2015: 151,0). Damit hat sich die Familiengesellschaft mit den Eigentümern Albert und Prof. Dr. Ulrike Detmers sowie Fritz und Helma Detmers deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Dessen Umsatz im Lebensmittel- Einzelhandel (LEH) stieg 2016 im Schnitt nur um 0,5 Prozent (Quelle: Nielsen LEH ab 100 Quadratmeter inklusive Discount und Drogeriemärkte Handelspanel).

Kennzahlen im Überblick

Umsatz und Investitionen in Millionen EUR   2015 2016 2017
Umsatz der Gruppe   151,0 156.1 157.0
Investitionen der Gruppe   9,8 6.1 6.0
Exportanteil (ohne Benus Spólka)   24 % 24 % n.n. %
Mitarbeiter der Gruppe   540 MA 545 MA n.n. MA

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Die Großbäcker zählen aktuell 545 Mitarbeitende. Mitglieder des obersten Führungskreises sind je zur Hälfte vier Frauen und vier Männer. Neue Geschäftsführerin für die kaufmännische Verwaltung der Mestemacher GmbH ist Marta Glowacka. Thorsten Plate verstärkt die Geschäftsführung im Bereich Produktion, Technik und Qualitätssicherung bei der Aerzener Brot und Kuchen GmbH. Ewa Kusiakiewicz übernimmt von Marta Glowacka die Geschäftsführung der polnischen Tochtergesellschaft Benus Spólka. Die Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH als eigenständiges Unternehmen in Bielefeld wird seit Anfang Januar von der zusätzlich berufenen Geschäftsführerin Christine Detmers geleitet – Tochter von Albert und Prof. Dr. Ulrike Detmers.

Der Exportanteil der Gruppe hält sich weiterhin auf knapp 24 Prozent der Gesamtumsätze. Zählt man zu den Auslandsumsätzen noch die Umsätze der Tochterfirma Benus in Polen, so betragen die gesamten Auslandsumsätze über 29 Prozent.

Damit liegt der Auslandsumsatz weit über der durchschnittlichen Exportquote für Brot und Backwaren in Höhe von 8,3 Prozent im Jahr 2015. Im Wirtschaftsjahr 2016 wurden 6,1 Millionen Euro investiert. Die Struktur der Investitionen setzt sich insbesondere zusammen aus Rationalisierungs- und Ersatzinvestitionen im Bereich der Bäckerei- und Konditoreitechnologic. Gefördert werden soll die zukünftige Fähigkeit, im Wettbewerb auch weiterhin fit für die Zukunft zu sein.

Investitionskapital wurde ebenfalls angelegt in ein 14.000 Quadratmeter großes Grundstück in Aerzen, das für eine potentielle Erweiterung der Konditorei zur Verfügung steht, sowie in einen Anbau am Produktionsbetrieb von Mestemacher in Gütersloh. Der Anbau wurde 2016 fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die neuen Flächen wurden notwendig, da die Produktionsmengen und die Anforderungen der International Featured Standards Food (IFS) stetig gestiegen sind. Im Zuge der Baumaßnahmen wurden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Sozialräume modernisiert. Zudem ist Lagerplatz für Rohstoffe geschaffen worden. Im Neubau befindet sich zudem ein modernes Labor zur Qualitätssicherung.

Die Plan-lnvestitionsausgaben für 2017 betragen sechs Millionen Euro. Ein hoher Ausgabeposten ist die neue Mühlen- und Anlagetechnik, die bei der Tochtergesellschaft Aerzener Brot und Kuchen GmbH ans Netz gehen soIl. Weitere Kapitalanlagen beziehen sich auf stetige Produktoptimierungen für B2B- und 82C-Kunden im In- und Ausland. «Nah beim Kunden» lautet die Stoßrichtung der Mestemacher Gruppe.

Gesundheits- und Wellnessorientierung

Mestemacher ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von Westfälischem Pumpernickel, Vollkornbroten, Ethnic-Food-Spezialitäten, Tiefkühlkuchen und Knäckebroten. Die Brote sind vorgeschnitten, hygienisch verpackt und durch spezielle Pasteurisation ungeöffnet bis zu sechs Monate genussfrisch.

Der hohe Ballaststoffanteil in den Roggenvollkornbroten sorgt für langanhaltende Energie ohne zu belasten. Käuferinnen und Käufer der Vollkornbrote präferieren gesunde Ernährung. Diese Kundengruppe repräsentiert die Stammkundschaft von Mestemacher. Diese wird ergänzt durch die erlebnisorientierte Stammkundschaft, die gerne zu Ethnic-Food- Spezialitäten wie Wraps,.Pita, Naanbrote und Kebab Brot greift. Die 52 verschiedenen Brote, die das Mestemacher Produkt- Portfolio kennzeichnen, sind auch beliebt bei Endverbrauchern, da sie sich ideal zur Bevorratung eignen. Zeitmangel der Erwerbstätigen fördert den Verbrauchertrend zum Lagern von Lebensmitteln. Folglich liefert Mestemacher mit seinem kompletten Produktangebot vielfachen Nutzen für Konsumenten: Ballaststoffreiche Vollkornbrote mit Gesundheitsnutzen, Ethnic-Food-Brote mit Erlebnisnutzen, Bevorratungsoptionen zum Zeitsparen.

Wachstumsträchtig sind auch die Tiefkühl-Kuchen, die in der Konditorei in Aerzen hergestellt werden. Mit den tiefgekühlten Kuchen nach Konditorenart gebacken profitiert Aerzener vom allgemeinen Trend zum Verzehr von Tiefkühlkost.

2015 lag der Gesamtabsatz an TK-Backwaren bei rund 791.700 Tonnen und damit um 5,7 Prozent über 2014. Mit diesem Mengenplus lag der Backwarenmarkt sogar deutlich über dem TK-Gesamtmarkt, der um 3,7 Prozent zugelegt hat. Der Inlandsabsatz in Tonnen im Lebensmittelhandel hat 2015 gegenüber 2014 um zwei Prozent zugelegt. Expansiv ist der Außer-Haus-Markt mit prozentuiertem Wachstum im Vergleich der Jahre 2014 zu 2015 mit einer Steigerung von 7,1 Prozent.

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Entwicklungsprognose

Die Mestemacher-Gruppe verfügt auch in Zukunft über das Potential zum Wachstum. Auf Grund der unsicheren Entwicklungen der Konjunktur, der Euro-Krise sowie der angespannten politischen Lage, plant die Gruppe für 2017 sehr konservativ mit einem Umsatz in Höhe von 157 Millionen Euro. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Mestemacher die Entwicklung innerhalb des Brotmarkts zwischen SB-verpackten Broten auf der einen Seite und frisch gebackenen Brot und Brötchen innerhalb der LEH-Märkte noch nicht endgültig beurteilen kann, heißt es im Ausblick 2017.