Samstag, 18. September 2021
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20180226-ADB-BAYERN

ADB Lochham: Erweiterung offiziell eingeweiht

ADB Lochham modernisiert und erweitert – zum Vergrößern bitte anklicken: (von links) Jörg Scholler (stellvertretender Landrat des Landkreises München), Uta Wüst (Bürgermeisterin der Stadt Gräfelfing), Ilse Aigner (stellvertretende Ministerpräsidentin und bayerische Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie), Dr. Wolfgang Filter (Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbands für das bayerische Bäckerhandwerk), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschland), Heinz Hoffmann (Landesinnungsmeister Bayern), Reinhard Kardinal Marx (Erzbischof München und Freising), Heinrich Traublinger (ehemaliger Landesinnungsmeister Bayerns und ehemaliger Präsident des bayerischen Handwerktags), Christoph Kruse (Geschäftsführer des Landesinnungsverbands), Tobias Mattes (Verantwortlicher Architekt).

Gräfeling. (liv) Handwerkliches Können und eine lange Tradition schenken uns hierzulande eine unvergleichbare Vielfalt an Brot und Backwaren. Dies soll nicht nur so bleiben, sondern sich auch weiterentwickeln. Dafür sorgt unter anderem die Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks Lochham in Gräfelfing. Sie vermittelt Bildung und Kompetenz für die Zukunft. Dank der Erweiterung und Modernisierung der Akademie gelingt das nun noch effektiver und vor allem auf modernstem technologischem Niveau.

Vor wenigen Tagen feierte das bayerische Bäckerhandwerk gemeinsam mit der stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidentin und Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie Ilse Aigner, Reinhard Kardinal Marx, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und weiteren Gästen die offizielle Einweihung der Akademie. Ministerin Aigner: «Das bayerische Bäckerhandwerk steht für Tradition und Kulinarik und ist wirtschaftlich von großer Bedeutung. Darum ist es wichtig, dass wir die Branche auf die Herausforderungen der Zukunft – etwa die Digitalisierung – optimal vorbereiten. Mit der modernisierten und erweiterten Akademie schaffen wir hervorragende Voraussetzung für umfassend ausgebildete Fachkräfte von morgen. Das sichert der Branche qualifizierten Nachwuchs und damit Wettbewerbsfähigkeit. Daher unterstützen wir das Investitionsprojekt gerne.»

Von der Planung zur Umsetzung

«Schon 2009 begannen wir mit den ersten Überlegungen zum Ausbau», sagte Heinz Hoffmann, Landesinnungsmeister des bayerischen Bäckerhandwerks. «Ende 2014 erfolgte nach gründlicher Planung der erste Spatenstich.»

Über 15 Millionen Euro flossen in das Investitionsprojekt zur Weiterentwicklung des bayerischen Bäckerhandwerks, gemeinsam finanziert vom Bundeswirtschaftsministerium (45 Prozent), dem Bayerischen Wirtschaftsministerium (30 Prozent) und dem Landesinnungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk als Bauherr (25 Prozent).

Das Projekt stellte alle Beteiligten immer wieder vor Herausforderungen, die mit einer Mischung aus Kompetenz, Weitsicht und gesundem Menschenverstand gemeistert wurden. Das Resultat ist eine hochmoderne Bildungseinrichtung, in der die Weichen für die Zukunft vieler bayerischer Backstuben mit gestellt werden.

Raum für Bildung und Entwicklung

Knapp 5.000 Quadratmeter Fläche auf vier Etagen beherbergen nun zwei Lehrbäckereien, eine Lehrkonditorei, eine Lehrwerkstatt für Schokolade + Eis sowie eine weitere für Verkauf + Service. Hier macht sich besonders durch die Vermittlung von Kaffee- + Teekompetenzen das Verkaufspersonal auf den Weg zum Barista. Die Lehrwerkstatt Bäcker-Gastronomie für Snacks + Co. ergänzt dieses Fortbildungsangebot, das Bäckereien existenziell durch ein größeres Sortiment und größeren Service auf eine breitere Basis stellt.

Labor, Experimentalraum und PC-Schulungsraum sind eindeutige Hinweise auf die umfassende Modernisierung und technische Entwicklung, die auch im Bäckerhandwerk Fuß gefasst hat und von der Akademie aufgegriffen wird.

«Wir haben eigentlich noch nie ein Bauprojekt umgesetzt, in das sich der Bauherr so intensiv mit eingebracht hat», berichtet Tobias Mattes, verantwortlicher Architekt aus dem Planungsbüro Köhler. Damit bringt er auf den Punkt, was dem Landesinnungsverband vom ersten Planungsgedanken an wichtig war: Eine Akademie, die in allen Details Bildung nicht nur vermittelt, sondern auch verkörpert und dafür die besten Voraussetzungen bietet.

Miteinander Lernen – Miteinander Zukunft gestalten

Neben dem Bildungsanspruch ist auch der Zusammenhalt im Bäckerhandwerk ein wichtiger Aspekt im Auftrag der Akademie. Auch das berücksichtigt der Ausbau. Komfortable Internatszimmer, in der Regel für zwei Personen, sorgen dafür, dass sich zum Beispiel die Meisterschüler während ihrer mehrmonatigen Fortbildung wohlfühlen. Auch die Freizeiträume sind darauf ausgerichtet, gemeinsam, neben dem Lernen, entspannte Zeiten zu verbringen. Im Untergeschoss gibt es sogar ein Fernsehzimmer mit Kinoambiente, ausgestattet mit echten Kinositzen, die der Verband von einem ehemaligen Kino erwerben konnte. Ein Fitnessraum bietet Gelegenheit zum körperlichen Ausgleich.

Die Mensa im Obergeschoss lädt mit ihrem modern-bayerischen Ambiente zum Essen aus der hauseigenen Küche ebenso ein, wie zum schnellen Kaffee zwischendurch.

«Diese Mischung aus gemeinsamem Lernen und gemeinsamer Freizeit ist einer der wichtigsten Gedanken der Akademie», bestätigt Dr. Wolfgang Filter, Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbands. «Unsere Kursteilnehmer kommen als Einzelpersonen und gehen als Gemeinschaft. In der Akademie bilden sich Netzwerke im Bäckerhandwerk.»

Fit für die Zukunft

In verschiedensten Fachlehrgängen vermittelt die Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks umfangreiches Wissen und Kompetenz. 1999 erweiterte sie zum Beispiel den Meisterkurs um eine unternehmerische Qualifikation zum Betriebswirt des Handwerks. Inzwischen rechtfertigen rund 6.000 Meister den Ruf der Akademie als «Meisterschmiede». Aber auch zahlreiche fachpraktische, verkaufstechnische und betriebswirtschaftliche Seminare runden das Angebot ab. Weit über 20.000 Teilnehmer besuchten in den letzten 70 Jahren die Akademie.

«Wir möchten den alten, tiefen Wissensschatz des Bäckerhandwerks für eine moderne Zukunft erhalten», erklärt Verbandsgeschäftsführer Christopher Kruse die Philosophie der Akademie. «Wir wollen diesen Schatz aber auch weiterentwickeln und kommende Generationen für dieses wertvolle Handwerk begeistern.»

Dafür bietet die Akademie des bayerischen Bäckerhandwerks jetzt beste Voraussetzungen (Foto: LIV).