Sonntag, 13. Juni 2021
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Agrana 12M-2020|2021: Konzern kam gut über die Runden

Wien / AT. (ab) Im Geschäftsjahr 2020|2021 erzielte die Agrana Beteiligungs-AG bei einem Konzernumsatz von 2,5 Milliarden Euro ein Ergebnis der Betriebstätigkeit von 78,7 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie betrage 0,96 Euro, berichtet der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern in seiner Stellungnahme wie folgt.

Überblick über das Geschäftsjahr 2020|2021 [1]

  • Konzernumsatz: 2.547,0 Millionen Euro (+2,7 Prozent; Vorjahr: 2.480,7 Millionen Euro)
  • Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit): 78,7 Millionen Euro (+17,6 Prozent; Vorjahr: 66,9 Millionen Euro)
  • Ergebnis je Aktie: 0,96 Euro (+113,3 Prozent; Vorjahr: 0,45 Euro)
  • Eigenkapitalquote: 53,8 Prozent (Vorjahr: 54,0 Prozent)
  • Dividendenvorschlag 2020|2021 von 0,85 Euro je Aktie (Vorjahresdividende: 0,77 Euro je Aktie)

Die Agrana Beteiligungs-AG erzielte im Geschäftsjahr 2020|2021 einen leicht erhöhten Konzernumsatz von 2.547,0 Millionen Euro. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) lag mit 78,7 Millionen Euro um 17,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Covid-19- Pandemie für alle Segmente das bestimmende Thema. Im Segment Frucht lag das Fruchtzubereitungsgeschäft trotz Einmaleffekten ergebnismäßig über dem Vorjahr. Beim Fruchtsaftkonzentratgeschäft hingegen trafen schwache Apfelernten auf eine Covid-19-bedingte schwache Nachfrage, vor allem im Gastronomie- und Tourismusbereich, was in Summe zu einem deutlich schlechteren Ergebnis führte. Im Segment Stärke standen schwächeren Stärke-Absätzen an die grafische Papierindustrie (Print) Mehrverkäufe an Kartonhersteller (Verpackung) gegenüber. Insgesamt waren die Stärke-Margen nachfragebedingt geringer, wodurch die operative Performance des Segmentes unter dem Vorjahr lag. Im Segment Zucker haben höhere Zuckererlöse und -mengen dazu beigetragen, das Ergebnis – wenngleich noch negativ – im Jahresvergleich deutlich zu verbessern.

«Trotz der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen durch die Covid-19-Pandemie konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr ein solides Ergebnis erzielen. Insgesamt zeigt sich einmal mehr, dass unsere stabile Geschäftsentwicklung zu einem Gutteil auf die Diversifikation unserer Geschäftsbereiche zurückzuführen ist», erklärt Agrana-Vorstandsvorsitzender DI Johann Marihart.

Konzernergebnisse in Millionen Euro (falls nicht anders angegeben)

GJ 2020|2021
GJ 2019|202020[2]
Umsatzerlöse 2.547,0 2.480,7
Ebitda[3] 191,2 183,1
Operatives Ergebnis 73,1 73,1
Ergebnis aus «at equity»-Unternehmen[4] 17,5 16,7
Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) 78,7 66,9
Ebit-Marge 3,1 % 2,7 %
Konzernergebnis 55,0 31,2
Ergebnis je Aktie (in Euro) 0,96 0,45
Investitionen[5] 72,3 149,7
Mitarbeiter[6] 8.847 9.342

.
Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2020|2021 -18,5 Millionen Euro (Vorjahr: -17,2 Millionen Euro). Einer Verbesserung beim Zinsergebnis (+0,4 Millionen Euro versus Vorjahr) stand ein etwas schwächeres Währungsergebnis (-0,3 Millionen Euro versus Vorjahr) gegenüber. Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg von 49,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 60,2 Millionen Euro. Nach einem Steueraufwand von 5,2 Millionen Euro, dem eine Steuerquote von 8,7 Prozent (Vorjahr: 37,3 Prozent) entspricht, betrug das Konzernergebnis 55,0 Millionen Euro (Vorjahr: 31,2 Millionen Euro). Das den Aktionären der Agrana zurechenbare Konzernergebnis lag bei 59,8 Millionen Euro (Vorjahr: 28,1 Millionen Euro), das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg auf 0,96 Euro (Vorjahr: 0,45 Euro).

Die Agrana-Eigenkapitalquote errechnete sich mit 53,8 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2021 lagen mit 443,5 Millionen Euro um 20,5 Millionen Euro unter dem Wert des Bilanzstichtages 2019|20. Das Gearing zum Stichtag betrug folglich 33,4 Prozent (29. Februar 2020: 33,9 Prozent). Basierend auf Agranas langfristig ausgerichteter Dividendenpolitik wird der Vorstand der Hauptversammlung heuer die Ausschüttung einer Dividende von 0,85 Euro je Aktie vorschlagen (Vorjahresdividende: 0,77 Euro je Aktie).

Segment Frucht
GJ 2020|2021
GJ 2019|2020
Umsatzerlöse 1.166,6 1.185,5
Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) 41,2 55,9
Ebit-Marge 3,5 % 4,7 %

.
Der Umsatz im Segment Frucht ging im Vorjahresvergleich um 1,6 Prozent leicht zurück. Ausschlaggebend dafür waren besonders niedrigere Absatzmengen im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen. Das Ebit lag im Segment Frucht um 26,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der deutliche Ergebnisrückgang war vor allem auf eine verschlechterte Margen- und Absatzsituation im Fruchtsaftkonzentratbereich sowie auf eine deutlich gesunkene Kapazitätsauslastung der Werke in der Verarbeitungssaison 2020 aufgrund der geringen Apfelerntemengen zurückzuführen.

Segment Stärke
GJ 2020|2021
GJ 2019|2020
Umsatzerlöse 821,9 807,0
Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) 64,8 75,2
Ebit-Marge 7,9 % 9,3 %

.
In einem hochvolatilen Geschäftsumfeld lag der Umsatz im Segment Stärke um 1,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Während bei den Hauptprodukten eine moderate Steigerung der Absatzmengen erzielt werden konnte, ging die Marktnachfrage bei Verzuckerungsprodukten Covid-19-bedingt zurück. Bei Bioethanol lagen die Platts-Notierungen mit 585 Euro pro Quadratmeter im Jahresdurchschnitt um rund 35 Euro pro Quadratmeter unter dem Vorjahreswert. Das Ebit im Segment lag um 13,8 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Segment Zucker
GJ 2020|2021
GJ 2019|2020[7]
Umsatzerlöse 558,5 488,3
Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) -27,3 -64,2
Ebit-Marge -4,9 % -13,1 %

.
Im Segment Zucker übertraf der Umsatz das Vorjahr um 14,4 Prozent. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl höhere Zuckerverkaufspreise als auch gestiegene Zuckerverkaufsmengen, besonders im Lebensmitteleinzelhandel. Das Ebit ist zwar noch immer negativ, konnte aber aufgrund des verbesserten Zuckerpreisniveaus gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden.

Ausblick

Trotz der weiterhin großen Herausforderungen aufgrund der Covid-19-Pandemie rechnet Agrana für das Geschäftsjahr 2021|22 mit einem deutlichen Ebit-Anstieg. Beim Konzernumsatz wird von einem moderaten Anstieg ausgegangen. Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten wird mit rund 91 Millionen Euro deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 121 Millionen Euro liegen.

Personalia

In der Agrana Beteiligungs-AG erfolgt ein Wechsel beim von der Südzucker AG nominierten Agrana-Vorstandsmitglied: Ingrid-Helen Arnold (52), MBA wurde vom Aufsichtsrat der Agrana Beteiligungs-AG mit Wirkung ab 01. Juni 2021 bis 30. April 2024 zum Mitglied des Vorstands der Agrana Beteiligungs-AG bestellt. Die aus München stammende Vorständin der Südzucker AG wird bei Agrana das Ressort Interne Revision verantworten und folgt in dieser Funktion Dkfm. Thomas Kölbl, der mit 31. Mai aus dem Agrana-Vorstand ausscheiden und sich voll auf seine Funktion als Finanzvorstand der Südzucker AG konzentrieren wird. Dkfm. Kölbl war über 15 Jahre im Agrana-Vorstand tätig, wofür ihm der Aufsichtsrat besonders dankt.

Anmerkungen – Legende:
  1. Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst.
  2. Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst.
  3. Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen.
  4. Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden.
  5. Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ausgenommen Geschäfts- und Firmenwerte.
  6. Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents).
  7. Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst.