Freitag, 23. April 2021
Deutsch Englisch

Agrana 9M-2020|2021: Konzern meldet deutliches Plus

Wien / AT. (ab) Nach den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahrs – 9M-2020|2021 – hat der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana Beteiligungs-AG ein Ebit von 84,3 Millionen Euro erreicht. Dazu Agrana-CEO Johann Marihart: «Ausschlaggebend für die Ergebnisverbesserung waren eine gute Geschäftsentwicklung bei Bioethanol – vor allem im dritten Quartal – sowie im Segment Zucker eine Ergebnisverbesserung aufgrund höherer Zuckererlöse und -mengen. Dennoch blieb das Zucker-Ebit besonders aufgrund nicht voll ausgelasteter Zuckerfabriken – vor allem in Österreich – und den daraus entstehenden Leerkosten negativ. Im Segment Frucht liegt das Ergebnis des Fruchtzubereitungsgeschäfts in den ersten drei Quartalen deutlich über Vorjahresniveau. Die Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war hingegen aufgrund einer geringeren Mengenverfügbarkeit aus der vorjährigen Apfelernte deutlich schwächer.»

Überblick 9M-2020|2021

  • Umsatz: 1.965,3 Millionen Euro (+4,6 Prozent; Vorjahr: 1.879,4 Millionen Euro)
  • Ebit: 84,3 Millionen Euro (+20,8 Prozent; Vorjahr: 69,8 Millionen Euro)
  • Ebit-Marge: 4,3 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent)
  • Konzernergebnis: 53,8 Millionen Euro (+24,8 Prozent; Vorjahr: 43,1 Millionen Euro)
  • Eigenkapitalquote: 53,4 Prozent (29. Februar 2020: 54,4 Prozent)

Ausblick Gesamtjahr 2020|2021

  • Prognose für Gesamtjahr 2020|2021 mit Ebit zumindest auf Vorjahresniveau und Umsatz leicht über Vorjahr wird bestätigt
  • Diversifikation durch die drei Segmente Frucht, Stärke und Zucker stützt stabile Unternehmensentwicklung

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

Segment Frucht: Der Umsatz im Segment Frucht entsprach in den ersten drei Quartalen mit 891,7 Millionen Euro dem Vorjahresniveau. Bei Fruchtzubereitungen blieben Umsätze und Absätze stabil. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die Umsatzerlöse moderat über dem Vorjahr. Dies resultierte im Wesentlichen aus höheren Preisen für Fruchtsaftkonzentrate bei allerdings auch höheren Apfelpreisen. Das Ebit im Segment Frucht erreichte nach neun Monaten 41,3 Millionen Euro und lag damit um 10,0 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Bei verbessertem Fruchtzubereitungs-Ergebnis war maßgeblich für die Verschlechterung der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate mit niedrigeren Ausliefermengen in Kombination mit geringeren Deckungsbeiträgen bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2019. Auch bei Buntsaft­konzentraten und Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2020 sind die Margen unter Druck.

Segment Stärke: Der Umsatz im Segment Stärke lag in den ersten drei Quartalen mit 620,8 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr. Deutliche Mengen- und Umsatzzuwächse wurden mit Weizenstärke aufgrund des Kapazitätsausbaus in Pischelsdorf|Österreich erzielt. Die Marktnachfrage bei fast allen Hauptprodukten ging Covid-bedingt zurück und führte zu erhöhtem Angebotsdruck. Als eine Auswirkung der Pandemie zeigten sich die Notierungen für Ethanol hochvolatil. Einem massiven Preisverfall im März 2020 im Zuge des ersten Lockdowns folgte im Laufe des zweiten Geschäftsjahresquartals aufgrund der wieder gestiegenen allgemeinen Mobilität eine Preiserholung, die in einem Allzeithoch von über 800 Euro pro Kubikmeter Ethanol im September gipfelte; im Dezember gingen die Notierungen wieder auf unter 500 Euro pro Kubikmeter zurück. Das Ebit im Segment Stärke lag mit 58,5 Millionen Euro leicht über dem Vorjahreswert. Ergebnisbestimmend waren die hohen Verkaufspreise für Ethanol, während die Margen der anderen Hauptprodukte aufgrund einer reduzierten Marktnachfrage rückläufig waren.

Segment Zucker: Der Umsatz im Segment Zucker erhöhte sich in den ersten drei Quartalen mit 452,8 Millionen Euro um 18,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dazu trugen sowohl höhere Zuckerverkaufspreise als auch gestiegene Zuckerverkaufsmengen, insbesondere im Bereich Retail, bei. Das Ebit war in den ersten drei Quartalen mit -15,5 Millionen Euro zwar noch immer negativ, konnte aber aufgrund eines freundlicheren Verkaufspreisumfeldes gegenüber der Vorjahresperiode (-33,4 Millionen Euro) markant verbessert werden.

Ausblick

Unter Berücksichtigung anhaltender Auswirkungen der Coronavirus-Krise rechnet Agrana für das Gesamtjahr 2020|2021 mit einem Konzern-Ebit zumindest auf Vorjahresniveau. Beim Konzernumsatz wird ein leichter Anstieg erwartet. Aufgrund der andauernden Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen hohen Volatilität in allen Segmenten ist die Prognose für das Gesamtjahr weiterhin von sehr hoher Unsicherheit geprägt. Das Investitionsvolumen des Konzerns soll im Geschäftsjahr 2020|2021 nach den hohen Investitionen der Vorjahre rund 76 Millionen Euro betragen und damit deutlich unter dem Abschreibungsniveau von rund 120 Millionen Euro liegen.