Mittwoch, 7. Dezember 2022
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Ankerbrot: hat Räumungsklage am Hals

Wien / AT. (wib) «Standortwechsel nach wie vor im Gespräch» hieß es im November an dieser Stelle (vgl. WebBaecker 45/2008). Es ging um die Nachricht, dass der Wiener Ankerbrot AG eine Räumungsklage drohe, räume sie nicht vertragsgemäß zum Jahreswechsel das Gelände in Wien-Favoriten. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Jahr hat gewechselt und die Großbäcker haben eine Räumungsklage am Hals. Ganz überraschend kam die nicht, denn dem Unternehmen ist seit der Sanierung von 2005/2006 bekannt, welche Bedingungen es angenommen hatte. Ein Ersatzstandort ist nicht in Sicht; Einer Hilfe durch die Stadt Wien stand die Geschäftsführung in der Vergangenheit eher ablehnend gegenüber. Andererseits hatte die Ankerbrot-Führung selbst wiederholt erklärt, dass der historische Standort veraltet sei und nicht mehr den heutigen Anforderungen eines Industrieunternehmens entspreche. Die Stadt Wien bietet über den Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) nach wie vor drei Standorte an. Man habe sogar angeboten, ein schlüsselfertiges Werk mit privaten Partnern zu bauen und an die Eignerfamilie Ostendorf zu vermieten. Dass rund 800 Ankerbrot-Beschäftigte demnächst auf der Straße stehen könnten, schloss die Liegenschaftsverwaltung ASC indes aus. Die Großbäcker dürften weiter produzieren, während über eine «befristete Verlängerung des Pachtvertrags» bereits verhandelt werde. Das Unternehmen hatte in den letzten Jahren mehrfach den Besitzer gewechselt. Nach der Sanierung hatte auch Ostendorf vergeblich versucht, Anker an die IFRC Holding und damit an Heiner Kamps zu verkaufen (vgl. WebBaecker 06/2007).

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