Donnerstag, 1. Dezember 2022
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Ansichtssache: ist Bio wirklich «zu teuer»?

Bonn. (aid) Obwohl Verbraucher zunehmend zu Bio-Lebensmitteln greifen, sind diese für viele Konsumenten noch keine Alternative. Als Grund wird oft der höhere Preis genannt. Ob dies wirklich so ist, untersuchten Sabine Plaßmann und Prof. Ulrich Hamm von der Uni Kassel. Von November 2007 bis Februar 2008 befragten und beobachteten sie Kunden in je zwei Läden des klassischen LEH und des Naturkosthandels. Aus über 600 Befragungen ziehen die Autoren den Schluss, dass der Preis an sich kein zentrales Bio-Hemmnis darstellt. Eher eine zu geringe Preiskenntnis verhindert einen preisorientierten Einkauf. Besonders berufstätige Menschen und Personen mit hohem Einkommen kennen die Preise der Bio-Lebensmittel nicht genau. Kaufen Kunden häufiger im selben Laden oder vergleichen sie zwischen zwei Läden, sind sie besser informiert. Die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für Bio-Lebensmittel scheint nach den Untersuchungen bislang unterschätzt worden zu sein. Die meisten der Befragten wären bereit gewesen, einen höheren als den tatsächlichen Produktpreis zu zahlen. 67 Prozent der Kunden entschieden sich während des Einkaufs für ein Bio-Produkt, obwohl sie dafür mehr ausgeben mussten als ursprünglich geplant. Dieses Ergebnis ermutige, über Preiserhöhungen nachzudenken. Verfolgt der Händler eine Qualitätsstrategie, ließe sich durch die Vermittlung von Zielen, die über den Grundstandard des Ökolandbaus hinausgehen, der Absatz steigern. Da Verbraucher bei Lebensmitteln wie Brot, Bananen, Milch und Butter überdurchschnittliche Preiskenntnisse hätten, könnten dagegen bei Verfolgung einer Preis-Mengen-Strategie durch Preissenkungen und Preisaktionen höhere Umsätze erzielt werden (Quelle).

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