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Aryzta AG: auf dem Weg der Stabilisierung

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Zürich / CH. (eb) Wer in diesen Tagen liest, die schweizerisch-irische Aryzta AG käme nicht vom Fleck und würde mit ihren Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2019 die Anleger enttäuschen, der hat wahrscheinlich vergessen, aus welch tiefem Tal das neue Management um CEO Kevin Toland den Konzern herausführen muss. Okay, beim Verkauf der Picard-Anteile in dieser Woche hat man sich nicht mit Ruhm bekleckert. Andererseits: Was weg ist ist weg und belastet nicht mehr das Kerngeschäft. In den Divisionen «Europa» und «Rest der Welt» stehen die Großbäcker zudem verhältnismäßig ordentlich da. Dass in «Nordamerika» die starke Konkurrenz den europäischen Bäckern das Leben nicht freiwillig erleichtert, liegt auf der Hand. Jeder Höhenflug wäre in der gegenwärtigen Situation nur von heißer Luft getragen. Es geht aufwärts. Langsam aber stetig. In diesem Sinn haben wir uns bemüht, wichtige Passagen aus der Konzern-Stellungnahme zum Geschäftsjahr 2019 zu übersetzen (ohne Gewähr) wie folgt:

Aryzta AG veröffentlicht Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2019

Die Aryzta AG hat ihre Finanzergebnisse für das Geschäftsjahr zum 31. Juli (GJ-2019) bekannt gegeben. Das Projekt «Erneuerung» (Project Renew) macht gute Fortschritte und hat im Geschäftsjahr 2019 Einsparungen in Höhe von 26 Millionen Euro erzielt, was einer jährlichen Einsparung von 40 Millionen Euro entspreche, sagte das Unternehmen in dieser Woche.

Highlights im Geschäftsjahr 2019

  • Wichtige Kennzahlen der Konzern-Profitabilität wurden verbessert
  • Bereinigtes Ebitda-Wachstum von +1,9 Prozent und Margenwachstum von +30bps erreicht
  • Das Projekt «Erneuerung» realisierte 26 Millionen Euro Vorteile, 40 Millionen Euro Einsparungen bei der laufenden Rate wurden erzielt.
  • Organischer Konzernumsatz unverändert; Gesamtleistung ging um 1,5 Prozent auf 3’383 Millionen Euro zurück.
  • In Nordamerika stabilisierte und verbesserte sich das bereinigte Ebitda, doch die Herausforderungen beim Umsatz bleiben bestehen.
  • Anfang Oktober erhielt der Konzern ein verbindliches Angebot zum Verkauf der Mehrheit der Anteile an Picard
  • Nach Abschluss der Transaktion würde Aryzta 85 Prozent des Nettoerlöses aus dem Verkauf von Nicht-Kernanlagen erzielen.
  • Nettoverschuldung: Ebitda-Ratio 1 von 2,43x mit signifikantem Covenant Headroom (Anm.d.Red.: … in diesem Fall möglicherweise «Schwankungsbreite mit Luft nach oben»)

Finanzübersicht zum Geschäftsjahr 2019

  • Organischer Konzernumsatz unverändert; Gesamtleistung ging um 1,5 Prozent auf 3’383 Millionen Euro zurück.
    • «Europa» organisches Umsatzwachstum von +1,9 Prozent
    • Organischer Umsatzrückgang in «Nordamerika» von -3,8 Prozent nach einem schwierigen vierten Quartal
    • «Rest der Welt» organisches Umsatzwachstum von +8,9 Prozent
  • Bereinigtes Ebitda +1,9 Prozent auf 308 Millionen Euro
  • Basierend auf der Ebitda-Marge von 9,1 Prozent, ein Anstieg um +30 Basispunkte.
  • Der bereinigte Jahresüberschuss von 74 Millionen Euro stieg um 50 Prozent.
  • Operative freie Cash-Generierung von 144 Millionen Euro liegt 33 Prozent über dem Vorjahr, während der Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit 53 Millionen Euro erreicht.
  • IFRS-Betriebsergebnis von 5 Millionen Euro; IFRS-Betriebsverlust von -423 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018
  • IFRS-Jahresfehlbetrag von -29 Millionen Euro; IFRS-Fehlbetrag von -470 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018
  • IFRS voll verwässerter Verlust je Aktie erreicht -8,3 Cent gegenüber -121,0 Cent im Vorjahr

Kommentar des Vorstandsvorsitzenden

CEO Kevin Toland: «Die Schritte, die wir im Geschäftsjahr 2019 unternommen haben, haben die Grundlagen für unseren Weg zu Stabilität, Leistung und Wachstum geschaffen. Dies spiegelt sich in der Bereitstellung von Ebitda-Stabilität auf Konzernebene wider. Wir sind realistisch und entschlossen, uns den klaren Herausforderungen unseres nordamerikanischen Geschäfts zu stellen. Wir werden eine weitere Phase des negativen organischen Wachstums im ersten Halbjahr auf dem nordamerikanischen Markt erleben, wobei eine positive Entwicklung im zweiten Halbjahr erwartet wird, wenn neue Vertragsvolumina realisiert werden. Für das Geschäftsjahr 2020 erwarten wir in der Region Nordamerika eine verbesserte bereinigte Ebitda-Performance. Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2020 ein weiteres bereinigtes Ebitda-Wachstum auf Konzernebene, da dann die Vorteile aus dem zweiten Jahr des Projekts «Erneuerung» realisiert werden.»

Das Projekt Erneuerung

Project Renew macht gute Fortschritte und hat im Geschäftsjahr 2019 Einsparungen in Höhe von 26 Millionen Euro erzielt, was einer jährlichen Einsparung von 40 Millionen Euro entspricht. Die Einsparungen in Europa beliefen sich auf 11 Millionen Euro, vor allem durch Personalabbau, Produktionseffizienz einschließlich Automatisierungsprojekte und Lieferkettenoptimierung. Nordamerika erzielte Einsparungen in Höhe von 15 Millionen Euro, die hauptsächlich auf eine deutliche Steigerung der Effizienz in den Bereichen Management, Beschaffung und Produktion in den Bäckereien zurückzuführen sind. Aryzta geht davon aus, dass die Einsparungen in der Fertigung im Geschäftsjahr 2019 deutlich zunehmen werden, da die Großbäcker ein ganzes Jahr lang Einspareffekte aus den im Geschäftsjahr 2019 aufgenommenen Initiativen sowie aus den verbleibenden Projekten im Automatisierungsprogramm erwarten, die im Geschäftsjahr 2019 zum Tragen kommen werden.

Ausblick

Aryzta erwartet für das Geschäftsjahr 2020 ein Wachstum des bereinigten Ebitda, da dann die Vorteile aus dem zweiten Jahr des Projekts «Erneuerung» genutzt werden können (Foto: Aryzta).