Dienstag, 26. Oktober 2021
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Aryzta AG: Bis 2024 steigen die Löhne um bis zu 20 Prozent

Eisleben. (ngg / eb) Eine bis dato einmalige Streikwelle an den Standorten des Tiefkühl-Produzenten Aryzta in Eisleben und Nordhausen hat den Beschäftigten nach NGG-Angaben einen bahnbrechenden Tarifabschluss beschert. Jetzt einigten sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und das Unternehmen auf einen neuen Tarifvertrag. Danach wird die unterste Lohngruppe bis zum 01. Januar 2024 auf 13 Euro steigen. Das ist über einen Zeitraum von 2,5 Jahren eine Erhöhung von 20,4 Prozent in der niedrigsten Lohngruppe und betrifft etwa 800 Beschäftigte.

«Kein Lohn mehr unter 13 Euro in der Stunde. Mit diesem Ziel sind wir angetreten und haben es durchgesetzt. Mit dem Tarifabschluss werden vor allem die unteren Lohngruppen angehoben und wir haben einen Einstieg in die Lohnangleichung», erklärt Jörg Most, Geschäftsführer der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau. «Diesen Tarifabschluss haben sich die Beschäftigten in Eisleben und Nordhausen selbst erkämpft. Sie können darauf sehr stolz sein.»

Bisher lag die unterste Tarifgruppe bei Aryzta bei einem Stundenlohn von 10,08 Euro. Viele Beschäftigte sind in die Tarifgruppe B eingruppiert mit einem Stundenlohn von 10,81 Euro. Mit dem neuen Tarifvertrag werden die Löhne in vier Stufen in den nächsten zweieinhalb Jahren bis zum 01. Januar 2024 erhöht.

Hintergrund

In den ostdeutschen Aryzta-Werken arbeiten derzeit über 1.600 Beschäftigte, davon 160 in Nordhausen und ungefähr 1.500 in verschiedenen Werken in Eisleben. In den Werken werden Tiefkühlbackwaren für Lidl, Aldi, Edeka und andere Handelsketten produziert sowie für die Gastronomie und Bäckereien.

Die Aryzta AG mit (noch) 53 Werken in 29 Ländern und insgesamt rund 19.000 Mitarbeitenden ist eines der größten Bäckereiunternehmen der Welt. Das Unternehmen steckt nach wie vor im strukturellen Umbruch und hat vor wenigen Tagen zum Beispiel sein Brasilien-Geschäft an die mexikanische Grupo Bimbo verkauft. Im Segment Tiefkühlbackwaren ist Aryzta Marktführer in Europa. In Deutschland arbeiten mehr als 3.000 Menschen für das Unternehmen und produzieren 5.000 verschiedene Backartikel. Täglich werden nach Angaben aus Eisleben zehn bis 15 Millionen Produkte hergestellt. In Westdeutschland gibt es noch den historisch gewachsenen Standort Gerolzhofen in Bayern (Foto: NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau).