Donnerstag, 8. Dezember 2022
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Aryzta AG: Ist die Baustelle größer als gedacht?

Zürich / CH. (eb) Die Baustelle sei größer als der Markt vermute, sagt Patrik Schwendimann, Analyst und stellvertretender Leiter Research bei der ZKB (Züricher Kantonalbank), gegenüber dem Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz». Gemeint ist nicht irgendwer oder irgendwas, sondern die irisch-schweizerische Aryzta AG. Die erlebt derzeit eine gewisse Berg- und Talfahrt. Geht es nach dem ZKB-Analysten Schwendimann, hängt der weltweit operierende Konzern nicht nur in den Seilen, sondern steht mit dem Rücken zur Wand – heißt es im Bericht «Der Großbäcker steht auf der Kippe».

Nach einer «Übernahmeorgie» sei der Backwarenproduzent unter Druck geraten. Dann seien der CEO, der CFO/COO sowie der CEO Americas, alle Mitglieder des Aryzta Executive Managements, zum Rücktritt gedrängt worden, was den Konzern praktisch gelähmt habe (… was allerdings keine Überraschung ist).

Der Konzern brauche jetzt dringend organisches Umsatzwachstum und einen stabilen Cashflow. Verschlechtere sich der, könne Aryzta Kreditklauseln nicht mehr einhalten. Die Refinanzierung würde noch schwieriger und teurer. Schon im Herbst 2016 soll eine günstige Refinanzierung gescheitert sein. Nach Angaben Schwendimanns gegenüber «Bilanz» sitzt der Konzern auf einem Schuldenberg von rund 2,7 Milliarden Euro. Weltweit seien bereits Kosten gedrückt und Spielräume weitgehend ausgereizt. Zu einem für Aryzta sehr ungünstigen Zeitpunkt beginne sich jetzt das allgemeine Zinsniveau zu drehen, ausgelöst durch die Leitzinserhöhungen in den USA. Der Konzern müsse jetzt «rasch handeln und unpopuläre Maßnahmen durchsetzen».

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