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Bäcker Gemünden meldet zum zweiten Mal Insolvenz an

Bad Kreuznach. (ksc / eb) Über das Vermögen der Familienbäckerei J+J Gemünden GmbH aus Bretzenheim, vertreten durch Winfried Gemünden aus St.Katharinen, hat das Amtsgericht Bad Kreuznach am 12. März unter dem Aktenzeichen 3.IN.27/18 ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellte das Gericht die Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen in Bad Kreuznach.

Der Geschäftsbetrieb wird vollumfänglich fortgeführt. Ziel ist die nachhaltige Sanierung des Unternehmens. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer wird ein Konzept ausgearbeitet und umgesetzt werden, um den Bestand des Traditionsunternehmens zu sichern.

«Es besteht eine große Verantwortung gegenüber den rund 90 Mitarbeitenden des Betriebs. Hier geht es im ersten Schritt darum, im Wege der Vorfinanzierung des Insolvenzgelds die Löhne und Gehälter der Beschäftigten zu sichern», sagt Rechtsanwältin Dhonau.

Das Unternehmen geht auf das Jahr 1985 zurück. Damals wurde die Bäckerei von Norbert Gemünden gegründet. 2014 kam es zur Insolvenz der Familienbäckerei Gemünden GmbH + Co. KG (siehe WebBaecker vom 19. Februar 2014), aus der die heutige Familienbäckerei Gemünden GmbH hervorging. Diese wird von Winfried Gemünden geführt.

Die Bäckerei J+J Gemünden GmbH betreibt neun Filialen. Neben dem Hauptsitz in Bretzenheim bestehen Filialstandorte in Worms, Alsenz, Bad Kreuznach, Bad Münster, Braunweiler, Ingelheim, Groß-Gerau und Lampertheim. Die Produkte werden selbst hergestellt. «Ich bin Bäcker aus Leidenschaft. Bei uns gibt es gute Qualität nach bester Handwerkskunst», sagt Winfried Gemünden.

«Die Branche kämpft heute mit anderen Herausforderungen als noch vor zehn Jahren. Die Zeiten der Bäckerei als bloßes Versorgungsunternehmen sind vorbei. Der Markt sortiert sich derzeit neu – mit allen sich auch daraus ergebenden Chancen. Wir freuen uns auf die Gespräche mit neuen Investoren», betont die vorläufige Insolvenzverwalterin.