Dienstag, 26. Oktober 2021
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Bäckerei Brinkhege: Sanierung ist so gut wie abgeschlossen

Bissendorf. (rwk) Das im Frühherbst 2020 eingesetzte Verfahren in Eigenverwaltung der Bäckerei Brinkhege GmbH + Co. KG steht kurz vor dem Abschluss. Auf der Gläubigerversammlung stimmten die Teilnehmer dem Insolvenzplan jetzt einstimmig zu. Das Amtsgericht hat ihn bestätigt. Bis zur endgültigen Aufhebung des Eigenverwaltungsverfahrens sind nur noch einige formale Schritte erforderlich.

Der Sanierungsplan wurde von der geschäftsführenden Gesellschafterin Heike Brinkhege gemeinsam mit der sanierungs- und eigenverwaltungserfahrenen Kanzlei Dr. Möhlenkamp und der angeschlossenen Unternehmensberatung entwickelt. Das Verfahren begleitet bis zu seiner Aufhebung als Sachwalter der erfahrene Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH. Die Sparkasse Osnabrück als größte Hausbank der Bäckerei Brinkhege hatte die Eigenverwaltung von Anfang an unterstützt.

Die gute Nachricht: Mit dem Gläubiger-Votum zum Insolvenzplan ist die Zukunft des Unternehmens mit seinen rund 400 Arbeitsplätzen in einem strukturell schwierigen Markt gesichert und bleibt in Familienhand.

Das Verfahren setzt bei Quote und Zeit Maßstäbe: Die ungesicherten Gläubiger erhalten eine überdurchschnittliche Quote ihrer Forderungen ausbezahlt. Das entspricht in etwa dem Achtfachen einer durchschnittlichen Quote und ist, wie Sachwalter Meyer bestätigt, «eine zufriedenstellende Gläubiger-Quote».

Heike Brinkhege und ihr Team, professionell beraten vom Essener Sanierungsexperten Dr. Andreas Möhlenkamp, schafften den Turnaround in nicht einmal einem Jahr Eigenverwaltung – ohne staatliche Corona-Hilfen und ohne insolvenzbedingte Kündigungen. In dem Insolvenzplan überzeugen die aktuellen Geschäftszahlen, die Fortführungswerte, die eine nachhaltige Gesundung der Bäckerei prognostizieren, sowie die Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzierung. Während der Eigenverwaltung wurde das von Umsatzeinbrüchen durch die Corona-Pandemie geschwächte Traditionsunternehmen mit teils harten Optimierungsschritten, aber auch mit innovativer Energie der Geschäftsführung den Herausforderungen des Marktes angepasst.

Maßgeblichen Anteil an dem Sanierungserfolg haben auch die aktuell rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr engagierter Einsatz, aber auch effiziente Einsatzpläne zur Verbesserung der Personalkosten sind Beiträge der Belegschaft zur Gesundung. So konnten alle Arbeitsplätze gesichert werden. Mehr noch: Während Wettbewerber Filialen schließen, konnte Heike Brinkhege mitten in der Restrukturierung zwei Fachgeschäfte eröffnen. Derzeit verfügt das Familienunternehmen neben der hochmodernen Backstube am Standort Bissendorf über 45 Fachgeschäfte. «Behutsames Wachstum und Neueinstellungen sind geplant», sagt Heike Brinkhege.

Heike Brinkhege wird das Familienunternehmen weiterhin mit ihrem Elan, ihrer Dynamik und in Kontinuität führen. Für eine zukunftssichernde Kapitalausstattung und frisches Sanierungskapital ist gesorgt. Die geschäftsführende Gesellschafterin hält weiterhin die überwiegende Mehrheit der Anteile an dem 1929 gegründeten Unternehmen. Über die auf nahestehende und befreundete Geldgeber verteilten Restanteile fließt dem Unternehmen weiteres frisches Kapital zu. Zusammen mit einem finanziellen Beitrag von Heike Brinkhege soll das neue Gesellschafterkapital für Stabilisierungsmaßnahmen verwendet werden.

«Mit diesem Ergebnis», freut sich Brinkhege, «ist die Eigenverwaltung abgeschlossen. Ich danke allen Beteiligten, die ihren Beitrag dazu geleistet haben – angefangen vom Team der Eigenverwaltung und meinen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis hin zu den Gläubigern. Einen herzlichen Dank auch an unsere Kunden, die uns die Treue halten.»

Der Sachwalter Stefan Meyer ergänzt: «Ich freue mich sehr für das Unternehmen, die Region und insbesondere für die engagierten Mitarbeiter sowie die Geschäftsleitung, dass eine Sanierungslösung gelungen ist und damit ein Traditionsunternehmen mit seinen vielen Arbeitsplätzen erhalten bleibt» (Foto: pixabay.com).