Montag, 3. Oktober 2022
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Bäckerei Goldjunge kämpft mit der zweiten Insolvenz

Langenzenn. (sch) Die Genussbäckerei Goldjunge musste am 22. August einen Insolvenzantrag stellen. Das Amtsgericht Fürth hat Volker Böhm, Fachanwalt für Insolvenzrecht, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Sanierungsexperte verschafft sich vor Ort am Sitz der Bäckerei einen Überblick über die Situation und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Für alle Kunden von Goldjunge hat Böhm gute Nachrichten: «Die Herstellung und der Verkauf laufen in vollem Umfang weiter. Die 26 Filialen in Fürth, Nürnberg und der Metropolregion – einige davon mit Cafés – haben wie gewohnt geöffnet.»

Erhalt des Unternehmens ist das Ziel

Zusammen mit Geschäftsführer Robin Schimpf informiert Böhm in mehreren Betriebsversammlungen die Belegschaft am Unternehmenssitz in Langenzenn über die Situation und die nächsten Schritte. Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft die Optionen für eine Sanierung und wird eine gezielte Suche nach möglichen Investoren aufnehmen. «Goldjunge steht für Produkte mit hoher Bäcker-Qualität und hat mit seinen 26 Filialen eine attraktive Präsenz in der Region Nürnberg. Das macht die Bäckerei für einen Investor attraktiv», sagt Böhm. Ziel ist der Erhalt des Unternehmens und möglichst vieler der 300 Arbeitsplätze.

Energie- und Rohstoffpreise stiegen enorm

«Goldjunge achtet bei der Herstellung seiner Produkte auf die regionale Herkunft und beste Qualität der Rohstoffe. Diese haben sich gerade seit Jahresbeginn enorm verteuert», sagt Robin Schimpf. «Der Preis für die Rohstoffe hat sich in den letzten zehn Monaten nahezu verdoppelt. Hinzu kommen die immer höher werdenden Energiepreise. Derzeit müssen wir für Energie im Monat 100.000 Euro mehr bezahlen als im Herbst 2021. Diese enormen Preissteigerungen konnten wir als Unternehmen nicht mehr kompensieren.»

Die Genussbäckerei Goldjunge hat ihren Sitz in Langenzenn im Landkreis Fürth. Dort stellt Goldjunge die Brote, Brötchen sowie das Feingebäck und Kuchen und Torten her, die in den 26 Filialen (zum Teil mit Cafés) in Fürth, Nürnberg und der Metropolregion verkauft werden. In den Cafés bietet Goldjunge seinen Kunden Frühstücks- , Snack- und Mittagessensangebote an. Insgesamt sind für Goldjunge rund 300 Mitarbeitende tätig. Goldjunge entstand 2017 aus einem Zusammenschluss zweier regional tätiger Bäckereien. Im Herbst 2018 musste das Unternehmen aufgrund eines Liquiditätsengpasses einen Insolvenzantrag stellen. Im Sommer 2019 stimmten die Gläubiger von Goldjunge dem Insolvenzplan und damit dem Erhalt des Unternehmens zu (Foto: pixabay.com).

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