Montag, 2. August 2021
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Bäckerei-Konditorei Bucher: steckt in finanzieller Schieflage

Eggenburg / AT. (ksv / eb) Die Bäckerei-Konditorei Bucher e.U. aus Niederösterreich hat vor dem Landgericht Krems Insolvenz angemeldet. Zum Masseverwalter für das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung bestimmte das Gericht den Rechtsanwalt Dr. Christoph Sauer aus Krems an der Donau. Die Bäckerei-Konditorei Bucher befasst sich mit der Erzeugung und dem Verkauf überwiegend handwerksmäßig hergestellter Produkte (Back- und Konditoreiwaren). Wobei auch Großabnehmer (Handelsketten), Gastronomie- und Heurigenbetriebe, Pflege- und Betreuungszentren sowie Schulen beliefert werden. Daneben betreibt das Unternehmen sowohl im Stammhaus als auch in den Filialen das Gastgewerbe in Form einer Kaffeekonditorei.

Die Bäckerei-Konditorei Bucher zählt 43 Gläubiger. Zudem sind 49 Dienstnehmer, davon vier Angestellte, 43 Arbeiter und zwei Lehrlinge, von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Löhne und Gehälter wurden bis einschließlich 30. April 2021 bezahlt, berichtet der Kreditschutzverband KSV1870 aus Wien. Das Unternehmen hat Schulden in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro angehäuft.

Zu den Insolvenzursachen heißt es aus Niederösterreich, dass die Covid-19-Pandemie die Bäckerei-Konditorei stark getroffen habe. Mit Blick auf die Gastronomie kam es zu den allseits bekannten behördlichen Schließungen. Zudem musste auch der Bäckereibetrieb Umsatzeinbußen hinnehmen. Speziell die Lieferungen an Großbetriebe sind ausgefallen. Auch nach den jüngsten Lockerungsmaßnahmen seitens der Bundesregierung Österreichs ist nur eine eingeschränkte Rückkehr der Konsumenten in den Gastronomie- und Konditoreibereich zu verzeichnen.

Das Unternehmen soll während des Insolvenzverfahrens fortgeführt und restrukturiert werden. Die Bäckerei-Konditorei Bucher e.U. bietet ihren Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme. Dabei handelt es sich um das gesetzliche Mindestanbot. Ob, respektive in welcher Weise eine Verbesserung möglich ist, bleibt noch zu prüfen, heißt es aus Niederösterreich.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Österreich zahlreiche Sonderregeln in Bezug auf Covid-19. Es ist davon auszugehen, dass der Betrieb schon vor dem Einsetzen der Pandemie in finanzieller Bedrängnis war. Nach Angaben von noe.orf.at sind Ende Juni Abgabenstundungen für die Bäckerei- Konditorei ausgelaufen. Damit einhergehend wurden Forderungen des Finanzamts und der Gesundheitskasse fällig. Eine Rückzahlung der gestundeten Forderungen sowie der Sonderzahlungen sei trotz der Möglichkeit einer Ratenzahlung nicht möglich gewesen. Soviel zu den tatsächlichen Insolvenzursachen.