Mittwoch, 3. März 2021
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20190906-THERESE-MOELK-01

Bäckerei Therese Mölk brennt Desinfektionsmittel aus Brot

Völs / AT. (eb) Dass die Bäckerei Therese Mölk aus Brot von gestern Hochprozentiges brennt, ist nicht neu. Brandneu ist allerdings, dass die hauseigene Brennerei statt Gin und Ansatzschnaps jetzt Desinfektionsmittel für Mitarbeitende und Kunden der MPreis Warenvertriebs GmbH brennt.

Desinfektionsmittel sind derzeit auch in Österreich Mangelware. Wegen der rasanten Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 sind die äußerst knapp und die Nachfrage ist enorm. Um Mitarbeitende und Kunden dennoch zu schützen, kommt nun Hilfe aus der hauseigenen Brennerei.

Nachhaltiger Brotalkohol wird zu Desinfektionsmittel

Für gewöhnlich wird in der neuen 600-Liter-Brennanlage, die erst letzten Herbst eröffnet wurde, aus Altbrot nachhaltiger Alkohol gebrannt und zu Gin, Likör und Ansatzschnaps verarbeitet. Aufgrund der aktuellen Lage und des Mangels an Desinfektionsmittel machte der ehemalige Bäckereileiter Friedrich Mölk aus der Not eine Tugend: «Aus hochprozentigem Brotalkohol produzieren wir ab sofort Desinfektionsmittel für die eigenen Filialen, Mitarbeiter und Kunden.»

Rezeptur der WHO

Im Hause Mölk werden zwei Arten von Desinfektionsmitteln hergestellt: Zum einen zur Reinigung von Oberflächen in den Filialen, zum anderen zur Händedesinfektion für Kunden und Mitarbeiter vor Ort. Die Produktion ist einfach, die Rezeptur dafür kommt von der WHO. «Der Wirkstoff im Desinfektionsmittel ist hochprozentiger Alkohol, ergänzt mit Wasserstoffperoxyd und Glyzerin,» erklärt Mölk. «Daraus erhalten wir ein sehr hochwertiges Desinfektionsmittel.»

Produktion von 5.000 Litern

In einem ersten Schritt werden 5.000 Liter für den Eigenbedarf produziert. Dafür benötigt die Brennerei 4.000 Liter nachhaltigen Reinalkohol. Dieser wird aus über 25 Tonnen Altbrot, zur Vermeidung von Lebensmittelmüll, gewonnen. Der Großteil des benötigten Alkohols ist bereits als Vorrat für die Verarbeitung zu Spirituosen lagernd. Der Brennkessel läuft auf Hochtouren, um die benötigten Mengen zur Verfügung zu stellen. Bereits in dieser Woche sollen die MPreis Filialen mit der begehrten Flüssigkeit aus der hauseigenen Brennerei beliefert werden.