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Bäckerwalz: ganz traditionell, oder?

Hamburg. (usp) Was ist die «Walz» – heute? Für die einen ist sie Wiederentdeckung einer Tradition. Ausgestattet mit uralten Regeln, zünftiger Kleidung und möglichst bequemen Schuhen tippeln Berufsleute durchs Land, von Arbeitgeber zu Arbeitgeber, um fürs (Berufs-) Leben zu lernen. Unentbehrliche Accessoires – wie etwa der «Stenz» oder ein «Charlottenburger» – signalisieren die Wanderschaft nach außen.

Wer will, kann die traditionelle Bäckerwalz haben und bekommt seit neuestem sogar Unterstützung vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV). Das ist keine schlechte Idee, sagt Ihnen eine, die es wissen muss. Schließlich ist kaum ein Beruf so vielseitig wie der Bäckerberuf und bietet so viele Möglichkeiten, Fähigkeiten und Fertigkeiten auszuprobieren. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Rund um den Globus; denn fundierte Fertigkeiten sind multilingual und universell einsetzbar.

Vorbei die Zeit, als junge Menschen bei der Berufswahl (oder während der Meisterschule) eher abgeschreckt wurden durch die Perspektive, sie könnten sich ja selbständig machen. Von dieser eindimensionalen Zielsetzung rückt man nun langsam ab – gottseidank. Der richtige Schubs hinein in die reale Berufswelt fehlt aber noch: Die unmissverständliche Feststellung, dass man nichts bewegen kann, wenn man selbst nicht bereit ist, sich zu bewegen.

Ob mit oder ohne traditionelle Regeln: Wer kein kleiner Beutenbäcker bleiben will, der muss offen sein für Neues und die Bereitschaft entwickeln, immer und überall beiläufig zu lernen. Aus Erfahrung wird man klug. Das wiederum öffnet Horizonte und er-öffnet Chancen. In diesem Sinn ist die Bäckerwalz eine begrüßenswerte Initiative.

Wer seine Kreise weiter ziehen will, der nimmt statt «Stenz» sein englisches, spanisches oder französisches Wörterbuch mit auf Reisen und stellt schnell fest, dass ihm die Welt offensteht – weit offensteht … weiß Ihre Ute Speer.