Donnerstag, 21. September 2023
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BayWa: baut größtes «Fruitvoltaic»-Projekt in Europa

München. (bag) In den Niederlanden hat die BayWa r.e. AG (r.e. = renewable energy), ein Unternehmen im BayWa Konzern, zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft GroenLeven mit dem Bau von Europas größtem «Fruitvoltaic»-Projekt begonnen. Die Anlage, bei der Photovoltaik-Module über Himbeeren angebracht werden, verfügt über eine rekordverdächtige Leistung von 8,7 Megawatt Peak (MWp).

Die 24.206 Solarmodule werden auf den Feldern des Landwirts Marten van Hoof in Meierijstad in der Provinz Nordbrabant installiert. Nach Inbetriebnahme schützen die hochaufgeständerten Module das Wachstum der Himbeeren und erzeugen gleichzeitig genug Grünstrom für 2.810 Haushalte. Die Anlage ist eine Erweiterung eines Pilotprojekts aus dem Jahr 2020, das auf demselben Gelände installiert wurde. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Agri-PV-Anwendung beschloss van Hoof, seine gesamte Himbeerplantage mit Solarmodulen auszustatten. Im ersten Quartal 2024 soll das Projekt fertig sein.

Durch die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Produktion von Nahrungsmitteln und die Erzeugung Erneuerbarer Energie ist Agri-PV ein hervorragendes Beispiel für nachhaltige und multifunktionale Landnutzung. Ein Ausbau der Agri-PV-Lösung in Europa kann helfen, Herausforderungen wie Landknappheit, Wetterextreme und die steigende Nachfrage nach Solarenergie zu bewältigen.

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Stephan Schindele, Head of Product Management Agri-PV bei der BayWa r.e. AG: «Als Antwort auf die multiplen Krisen müssen wir eine multifunktionale Nutzung der Flächen ermöglichen und Synergien schaffen. Der Ausbau der Solarenergie soll im Einklang mit der Landwirtschaft und der Natur erfolgen. Unser Vorzeigeprojekt beweist, dass die PV-Module die Pflanzen schützen und ein widerstandsfähiges Umfeld ermöglichen, während sie den Einsatz von Einweg-Plastikabdeckungen verringern. Wir haben uns eingehend mit der Lichtdurchlässigkeit der PV-Module beschäftigt und optimale Bedingungen geschaffen, um eine zukunftsfähige Anlage zu verwirklichen.»

Das Projekt in Meierijstad wurde durch staatliche Förderung und Investitionen des Landwirts selbst ermöglicht. Um sich in Europa weitläufig zu etablieren, ist mehr Unterstützung seitens der Politik nötig.

«Durch dieses erfolgreiche Projekt und andere Erfolgsgeschichten in Ländern wie Deutschland, Österreich und den Niederlanden wissen wir, dass diese Initiativen funktionieren. Die Technologie hat sich bewährt. Nun ist es Aufgabe der Politik nachzuziehen», sagt Benedikt Ortmann, Global Director Solar Projects bei BayWa r.e. AG. «Damit die Agri-PV in Europa Fuß fassen und einen positiven Wandel bewirken kann, brauchen wir Gesetze und Förderungen, die uns unterstützen. Die Auswirkungen des Klimawandels werden jeden Tag spürbarer. Wir können es uns nicht leisten, diese große Chance für die Energie- und Agrarwende zu verpassen.»

Bis heute hat die BayWa r.e. AG im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika 14 «Fruitvoltaic»-Projekte realisiert. Das Unternehmen hat zudem mit dem Bau eines «Interspace»-Agri-PV-Projekts in Spanien begonnen, bei dem die bodennahen Photovoltaik-Module parallel zur bewirtschafteten Fläche installiert werden. Zudem unterstützt BayWa r.e. aktiv den Ausbau von Biodiversitäts-PV und Solaranlagen auf Weideflächen, um Synergien zwischen PV, Landwirtschaft und Naturschutz zu schaffen (Foto: baywa r.e.).

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