Dienstag, 20. April 2021
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BDSI: begrüßt vorübergehende Aussetzung von US-Strafzöllen

Bonn. (bdsi) Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) begrüßt die vorübergehende Aussetzung der zwischen den USA und der Europäischen Union gegenseitig verhängten Strafzölle. Hierauf hatten sich US-Präsident Joe Biden und die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen jüngst verständigt.

Hiervon profitieren nicht nur die Hersteller von Feinen Backwaren, deren Exportgeschäft in die USA innerhalb der letzten 16 Monate stark eingebrochen ist, sondern auch die Verarbeiter von US-Rohwaren, etwa Pistazien und Erdnüssen. Die Aussetzung der Strafzölle ist zunächst für vier Monate geplant.

Der BDSI hofft, dass dies der Beginn einer dauerhaften Lösung des Handelsstreits ist, unter dem die deutsche Süßwarenindustrie als unbeteiligte Branche extrem gelitten hat. Die Erhebung eines Strafzolls von 25 Prozent auf gesüßte Kekse und Waffelprodukte, die in Deutschland produziert und in die Vereinigten Staaten exportiert werden, hatte die betroffenen deutschen Hersteller von Süßwaren seit ihrer Einführung im Oktober 2019 sehr hart getroffen. Die USA sind das mit Abstand größte Exportland für deutsche Süßwarenunternehmen außerhalb der EU.

«Die mittelständischen, überwiegend von Familien geführten Unternehmen sind durch die Einführung der US-Strafzölle im wichtigen, aber im Geschäftsaufbau sehr herausfordernden US-Süßwarenmarkt innerhalb eines guten Jahres um vier Jahre zurückgeworfen worden», erläutert Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI, die katastrophalen Auswirkungen des Handelsstreits um rechtswidrige Subventionen im Flugzeugbau. «Aufgrund der überragenden Bedeutung des US-Marktes für die Branche ist die nun beschlossene Aussetzung der Strafzölle ein positives Signal, da es hier um die Zukunft von Standorten in Deutschland geht. Die Politik muss jedoch zwingend eine dauerhafte Lösung herbeiführen, um weiteren Schaden von der Branche abzuwenden.»

Vorübergehende Hilfe für die durch die Corona-Krise ohnehin sehr belasteten deutschen Unternehmen könnte die Einrichtung eines europäischen Ausgleichsfonds zur Entschädigung Unbeteiligter bei der Verhängung von Strafzöllen auf Waren unbeteiligter Branchen bei WTO-Verfahren bringen. Einen solchen Fonds hatte die Stiftung der Familienunternehmen vorgeschlagen und der BDSI unterstützt diesen Ansatz. Länder wie die USA und China verfügen bereits über entsprechende Instrumente.

Die von den US-Strafzöllen betroffenen Unternehmen verloren mengenmäßig im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt -7,6 Prozent ihrer Ausfuhren. Dass der Rückgang nicht noch gravierender ausfiel, ist allein dem Umstand geschuldet, dass die deutschen Hersteller von Feinen Backwaren alle Anstrengungen unternommen haben, um trotz finanzieller Belastungen und ohne Rücksicht auf Rentabilität weiterhin im strategisch wichtigen US-Markt präsent sein zu können.