Donnerstag, 1. Dezember 2022
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BDSI: Spekulanten lassen Kakaopreise explodieren

Bonn. (bdsi) Der Preis für den Rohstoff Kakao von aktuell knapp 2.200 Euro je Tonne befindet sich auf dem höchsten Niveau seit 1977. Starken Anteil daran hat eine von Spekulationen getriebene Entwicklung, die nun auch die Rohstoffmärkte erfasst hat. Die Schokoladenpreise sind daher nicht mehr absehbar, berichtet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) aus Bonn. Schuld ist demnach eine Verlagerung des Börsengeschäfts auf Rohstoffzertifikate. Spekulanten, Banken und Fonds glauben zur Zeit auf den Rohstoffmärkten deutlich höhere Gewinne erzielen zu können als mit anderen Investments. Das niedrige Zinsniveau trägt mit dazu bei, dass auch deutsche Banken am Spekulationskarussell teilnehmen und ihren Anlegern bessere Renditen auf den Rohstoff-Märkten versprechen. «Der Kakaopreis ist dieses Jahr geradezu in die Höhe geschnellt und das ist eine besorgniserregende Entwicklung», meint Dr. Torben Erbrath, Geschäftsführer der Fachsparte Schokolade im BDSI. «Der Preis für Schokoladenprodukte blieb dagegen auf nahezu gleichem Niveau. Die Verbraucher profitieren derzeit noch vom Preiskampf im deutschen Einzelhandel und die dadurch weiterhin günstigen Preise für Schokolade. Folglich hat der durch Marktspekulationen beeinflusste hohe Kakaopreis für die Verbraucher noch keine erkennbaren Auswirkungen. Ob dies so bleibt, ist angesichts der spekulativ getriebenen Höchstpreise für Kakao aber nicht absehbar», sagt Erbrath (Volltext).

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