Mittwoch, 24. Juli 2024
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BfR zu Kunststoffbestandteilen aus Küchenutensilien

Berlin. (bfr) Beim Backen, Braten und Kochen leisten Küchenhelfer aus Polyamid (PA) vielfältige Dienste. Allerdings können Bestandteile dieses Kunststoffs aus den Utensilien in die Lebensmittel übergehen und zu einem möglichen gesundheitlichen Problem werden. Das ergab eine Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Das BfR untersuchte, wie das Risiko von ringförmigen Oligomeren einzustufen ist, die aus Polyamid der Sorten PA6 und PA66 auf Lebensmittel übertragen werden. Oligomere sind Verbindungen, die sich aus wenigen gleichartigen Molekülen einfacher Kunststoffbausteine zusammensetzen, etwa aus Caprolactam (PA 6) oder Adipinsäure (PA 66) und Hexamethylendiamin. Solche Oligomere entstehen unabsichtlich beim Aushärten (Polymerisieren) des Kunststoffs. Sie können aufgrund ihrer geringen Molekülgröße durch den Kunststoff diffundieren und auf Lebensmittel übergehen.

Mangels experimenteller toxikologischer Daten zu den PA-Oligomeren bedienten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des BfR der TTC-Methode. TTC steht für «Threshold of toxicological concern», zu Deutsch etwa «Schwelle toxikologischer Bedenklichkeit». Die Methode ermöglicht es, Stoffe, zu denen keine toxikologischen Informationen vorliegen, anhand ihrer chemischen Struktur in (Cramer-)Klassen einzuteilen, wobei jeder Klasse eine maximale tägliche Aufnahmemenge zugeordnet ist, bis zu der eine Gefährdung durch die zugehörigen Stoffe unwahrscheinlich ist. Dazu wird auf umfangreiche Daten zu chemischen Verbindungen, für die bereits ausreichend Informationen über gesundheitliche Risiken vorliegen, zurückgegriffen.

Die PA-Oligomere stehen nicht im Verdacht, krebserregend zu sein. Nach dem TTC-Konzept ist daher bis zu einer täglichen Aufnahmemenge von 90 Mikrogramm (0,09 Milligramm) der einzelnen ringförmigen PA-Oligomere (bezogen auf eine 60 Kilogramm schwere Person) ein Risiko für die Gesundheit unwahrscheinlich. Untersuchungen der Lebensmittelüberwachung und des BfR zeigen jedoch, dass aus Küchenutensilien nicht selten höhere Mengen an ringförmigen PA-Oligomeren in Lebensmittel übergehen können.

Eine abschließende Risikobewertung kann aus Sicht des BfR erst erfolgen, wenn ausreichende Informationen aus toxikologischen Studien vorliegen. Deshalb empfiehlt das BfR, dass die Hersteller toxikologische Daten nach den Vorgaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erarbeiten und dem BfR zur Verfügung stellen (Foto: pixabay.com).