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20150707-BIOFACH-NM

BioFach 2016: Organic 3.0 – Handeln für mehr Bio

Nürnberg. (nm) Jedes Jahr im Februar versammelt sich die internationale Bio-Bewegung während der BioFach, das nächste Mal vom 10. bis 13. Februar 2016. Zum 25. Jubiläum der Weltleitmesse 2014 rückte Organic 3.0 erstmals in den Fokus. Und es zeigt sich: Der Bio-Branche ist es ein Anliegen, ihren konzeptionellen Rahmen unter diesem Stichwort weiterzuentwickeln. Seitdem arbeiten zahlreiche Think Tanks an Organic 3.0 und veröffentlichen, wie sie sich die Zukunft der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft vorstellen. Auf der BioFach 2016 leitet die Bio-Branche den nächsten Schritt ein: Nach der Beschreibung des Themas fokussiert die Bewegung auf das «Handeln für mehr Bio». Der internationale Schirmherr der BioFach, Ifoam Organics International, sowie ihr nationaler ideeller Träger, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) bringen sich als Partner und Taktgeber ein und rücken gemeinsam mit der Weltleitmesse das zukunftsweisende Thema in den Mittelpunkt des BioFach Kongresses. Branchenziele: mehr Ökolandbau und hochwertige Bio-Produkte weltweit.

Bio wächst weiter. Ende 2013 betrug der globale Umsatz mit Bio-Produkten gemäß der von Ifoam gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) veröffentlichten Zahlen 72 Milliarden US-Dollar (44 Prozent mehr als fünf Jahre vorher). Der Marktanteil bleibt jedoch weiter gering: Nur ein Prozent der Lebensmittel weltweit werden ökologisch erzeugt. Die Spannbreite zwischen Wachstum und dem weiten Weg zur Ernährungswende beschäftigt die Bio-Bewegung. Es stellt sich die Frage, in welcher Rolle und mit welchem Ziel Bio einen wesentlichen Beitrag zur Lösung globaler Nachhaltigkeits-Herausforderungen leisten kann. Im Rahmen von «Organic 3.0 – Handeln für mehr Bio!» diskutiert die Branche den aktuellen Stand im Rahmen des nächsten BioFach Kongresses.

Umbau der globalen Ernährungswirtschaft im Blick

Studien belegen: Ein Umbau der globalen Land- und Ernährungswirtschaft ist zwingend, um drängenden Herausforderungen zu begegnen. Markus Arbenz, Geschäftsführer Ifoam Organics International: «Bio steht für echte Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Ernährung und kann einen entscheidenden Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen wie Hunger, Klimawandel und Ressourcenverlust leisten. Dazu müssen konventionelle Systeme auf eine ökologische Wirtschaftsweise umgebaut werden und weiter wachsen. Klar ist aber auch: Das Wachstum verändert das Selbstverständnis der Bio-Bewegung. Unsere Ziele und Strategien müssen deshalb überdacht und unser Handeln angepasst werden. Neben den Bio-Unternehmen ist insbesondere auch die Politik gefordert; gemeinsam mit der Zivilgesellschaft müssen die Grundlagen für Umbau und Wachstum geschaffen werden. Die BioFach 2016 bildet die Plattform, um konkretes Handeln anzustoßen».

Bio: Lösungselement für drängende Herausforderungen

Der Dialog «Organic 3.0 – Handeln für mehr Bio!» richtet sich an die Bio-Bewegung und an Akteure außerhalb der Branche. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis über mittel- und langfristige Handlungsziele zu entwickeln. Dabei hat die Branche vor allem Politik, Privatsektor, Zivilgesellschaft und Bio-Dienstleister im Fokus. Peter Röhrig, Geschäftsführer BÖLW: «Machbarkeit und Wirksamkeit von Bio sind bewiesen. Nun gilt es, diese Wirtschaftsweise aktiv zu nutzen, um die Ernährungswirtschaft umzubauen und ihre positiven Effekte für Mensch und Umwelt aktiv einzusetzen. Mit Organic 3.0 diskutiert und positioniert sich Bio als Zukunftsmodell für Landwirtschaft und Ernährung. Auf der BioFach 2016 wird unter dem Schwerpunkt «Organic 3.0 – Handeln für mehr Bio!» unter die Lupe genommen und diskutiert, wie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für einen Bio-Umbau gestaltet werden müssen».