Montag, 22. Juli 2024
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BMEL: Der Trend zu Öko setzt sich auf schwächerem Niveau fort

Berlin. (bmel) Der Trend zu Öko setzt sich fort, wenn auch schwächer als im Vorjahr. Das zeigen die neuesten Strukturdaten für den ökologischen Landbau des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). 2023 stellten die deutschen Landwirtschaftsbetriebe 29.439 Hektar auf ökologische Bewirtschaftung um – das entspricht einer Fläche so groß wie Malta. Seit 2019 wuchs die Öko-Fläche der Bundesrepublik damit um 17,1 Prozent.

In diesen fünf Jahren hat sich die Zahl der Öko-Betriebe um 2.570 erhöht. Aktuell wirtschaften 36.680 Höfe – damit jeder siebte Betrieb – in Deutschland ökologisch. In der Wertschöpfungskette nutzten besonders viele Verarbeitungsunternehmen, darunter u. a. Bäckereien, Molkereien oder Metzgereien die Chance für den Einstieg in die ökologische Verarbeitung: In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Unternehmen in der Bio-Lebensmittelverarbeitung um rund 6.100, was ein Plus von fast 37,5 Prozent bedeutet. Allein 2023 kamen rund 495 Betriebe hinzu.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick, (BMEL): «Der Umstieg auf Öko bietet vielen Höfen und vielen Verarbeitern eine Alternative für die Zukunft. Auch in Zeiten voller Unsicherheit investieren die Betriebe in den Umstieg. Mit Bio bleiben die Bauernhöfe und Hersteller von Lebensmitteln in den Dörfern. Das sichert wertvolle Arbeitsplätze. Öko spart uns allen auch viel Geld auf jedem Hektar durch wirksamen Schutz von Umwelt und Artenvielfalt. Umso wichtiger ist deshalb, dass sich der Umstieg auf Öko lohnt. Wir ebnen mit unserer «Bio-Strategie 2030» weiter den Weg, damit mehr Betriebe umstellen können. Wir bringen Bio in der Außer-Haus-Verpflegung voran und stärken die Forschung im Öko-Bereich. In unserer Tierhaltungskennzeichnung hat Öko eine eigene Stufe bekommen.»

Die Entwicklung für 2023 im Überblick

  • Bio-Fläche: Die deutsche Bio-Fläche legte 2023 um 29.439 Hektar zu. Damit wurden 2023 insgesamt 1.888.999 Hektar ökologisch bewirtschaftet, was einen Anteil von 11,4 Prozent an der gesamten Landwirtschaftsfläche Deutschlands ausmachte. In den letzten fünf Jahren vergrößerte sich die Öko-Fläche um 275.165 Hektar – ein Zuwachs von 17,1 Prozent. Das entspricht einer Fläche etwas größer als das Saarland.
  • Bio-Betriebe: 2023 waren 14,4 Prozent aller Höfe in Deutschland Bio-Betriebe. Damit wirtschafteten insgesamt 36.680 Betriebe in Deutschland ökologisch. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe ist im Jahr 2023 mit minus 0,5 Prozent leicht gesunken und ist damit seit Langem erstmals wieder rückläufig. Dennoch ist der Öko-Landbau weniger stark vom Strukturwandel betroffen als die Landwirtschaft allgemein. Insgesamt hat sich die Zahl der Bio-Betriebe in den letzten fünf Jahren um 7,5 Prozent erhöht – ein nominelles Plus von 2.570.
  • Bio-Lebensmittelherstellung: Insgesamt 22.382 Verarbeitungsunternehmen stellten 2023 Bio-Lebensmittel her, ein Plus von rund 495 Unternehmen gegenüber dem Vorjahr. In den letzten fünf Jahren stiegen rund 6.100 Betriebe in die Bio-Verarbeitung ein, ein Plus von rund 37,5 Prozent.
  • Bio in der Region: Für den größten nominellen Bio-Flächenzuwachs eines Flächenlandes sorgten die Landwirtinnen und Landwirte in Brandenburg mit 7.835 neuen Bio-Hektaren. Was den Anteil der Öko-Betriebe an allen Landwirtschaftsbetrieben angeht, lagen drei Bundesländer vorn: Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland – etwa jeder vierte Betrieb wirtschaftet dort ökologisch. Die meisten Bio-Betriebe wirtschaften in Bayern und Baden-Württemberg.

Hinweis: Die Entwicklung der Ökologischen Landwirtschaft in Deutschland 2023 und die Strukturdaten zur Bio-Entwicklung über die Jahre können Interessenten auf den BMEL-Statistikseiten zeitnah ansehen. Zu den «Zahlen zum Öko-Landbau in Deutschland 2023» geht es jetzt schon direkt hier entlang.