Samstag, 23. Januar 2021
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Boden-Brot: für mehr Fruchtbarkeit und gegen Spekulation

Berlin. (bul) Die Bio-Bäckerei Beumer + Lutum beteiligt sich mit einem eigenen «Boden-Brot» an der Bildungskampagne der Freien Bäcker. Ziel der Kampagne «Boden» ist es, auch künftige Generationen für den Wert von Bodenfruchtbarkeit zu sensibilisieren und auf die Gefahren von Klimawandel und Bodenspekulation hinzuweisen. Das Ganzkornbrot geht vom 16. Januar bis 27. Februar in den Verkauf und je ein Euro pro Stück als Spende in die Ausbildung von jungen, engagierten Menschen. Diese sollen als Boden-ExpertInnen qualifiziert werden. Dafür gründeten die Freien Bäcker und das Junge Netzwerk eigens eine gemeinnützige Bildungsorganisation. Auftakt der Kampagne ist zeitgleich zu den «Wir-haben-es-satt» Aktionen am 16. Januar in Berlin. Sie steht ganz im Zeichen «Zeit für Verantwortung» der Berufsorganisation Die Freien Bäcker.

Gesunder Boden – gutes Brot

«Unsere BäckerInnen und Bauern arbeiten im Grunde Hand in Hand. Nur wenn der Boden gesund ist, kann auch gutes Brot entstehen. Bildung ist hier ein ganz wichtiger Schlüssel. Sie führt zu mehr Aufklärung und Wertschätzung sowohl gegenüber dem Handwerk als auch dem Boden als Gut. Deswegen unterstützen wir diese Kampagne», sagt Ralf Meder, Marketingleiter von Beumer + Lutum. Das Wissen zum Thema Boden sowie zum Erhalt und Aufbau von Bodenfruchtbarkeit wird derzeit weder in Berufs- noch Meisterschulen der Bäckerberufe vermittelt. Dies soll sich ändern. Neben der Brot-Aktion werden daher auch Aufklärungsmaterialien verteilt.

Klimawandel und Spekulation Gefahr für Boden

Nicht nur eine intensive Bewirtschaftung wirkt sich auf die Verdichtung des Bodens und Abnahme von darin lebenden Kleinstlebewesen aus. Auch der Klimawandel zahlt auf das Abnehmen der Bodenfruchtbarkeit ein. Denn Dürre und hohe Temperaturen sind Stress für die kleinen Bodenlebewesen. Schwinden sie, nimmt deren Fähigkeit Pflanzen zu zersetzen ab und damit die Fruchtbarkeit des Bodens. Ebenso nimmt die Versiegelung von offenen Grün- und Ackerflächen nicht nur deutschlandweit zu. Und nach wie vor werden wertvolle Ackerböden als reine Spekulations- und Renditeobjekte an Großinvestoren vergeben. «Boden und Land gehören in Bauernhand» fordern daher die Freien Bäcker.

Bodenschutz soll honoriert werden

Der Verband spricht sich dafür aus, dass Bauern in regionalen Wertschöpfungsketten den Boden so beackern können, dass seine natürliche Fruchtbarkeit erhalten bleibt.

Zudem fordert die Berufsorganisation von der Politik, dass Maßnahmen zum Bodenschutz und zur Pestizidreduktion auch honoriert werden. Bäuerlichen Betrieben und JunglandwirtInnen soll der Zugang zu Land ermöglicht werden. Ebenso müsse der Ausverkauf von Land und Boden an außerlandwirtschaftliche Kapitalinvestoren gestoppt werden.

Beumer + Lutum unterstützt diese Forderungen. Das «Boden-Brot» von Beumer + Lutum wird als Ganzkornbrot in den eigenen Filialen verkauft, ebenso wie über die Berliner Verkaufsstätten der bundesweit bekannten Bio Company (Foto: pixabay.com).