Sonntag, 23. Januar 2022
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Börse: Luftige Tipps vom Bäckermeister

Berlin. (wib) Der gelernte Bäckermeister Markus Frick kann den deutschen Aktienmarkt bewegen. Mehr als 250.000 Menschen haben bereits seine Finanzseminare besucht. Tausende zahlen 898 Euro per Anno für seine E-Mail-Hotline in der Hoffnung, mit seinen Aktientipps reich zu werden. Aktien, zu deren Kauf er rät, schaffen es in der Handelsstatistik von Direktbanken auf die vorderen Plätze. Doch seit Tagen stockt die Aktien-Zocke. Im Internet breitet sich ein Proteststurm gegen den Mann aus, der sich selbst «Vermögensexperte» nennt. Im Forum des TV-Senders N24, wo Frick seine Börsenshow «Make Money» moderiert, wird er neuerdings als «Architekt von Luftschlössern» bezeichnet. Von «betrügerischen Empfehlungen» ist die Rede. Der Sender wird aufgefordert, Frick «vor die Tür zu setzen». Auslöser der Attacken war der Kurssturz von drei Rohstoffwerten, mit denen deutsche Privatanleger wohl einen dreistelligen Millionenbetrag verloren haben: Russoil, Star Energy und Stargold Mines. Die Aktien hatte Frick zum Kauf empfohlen – nicht in N24, doch in seiner E-Mail-Hotline. Nun kann es jedem mal passieren, dass er mit einem Tipp danebenliegt. Bei den genannten Rohstoffaktien fallen nach Angaben von «Börse Online» jedoch so viele Ungereimtheiten auf, dass die Finanzaufsicht BaFin inzwischen eine Routineuntersuchung eingeleitet hat. «Es könnte ja sein, dass Frick nur an den Börsenbrief-Gebühren verdient und dass das sein Geschäftsmodell ist», unkt der österreichische «Börsen Express».
Info: Unter dem Titel «Kurskapriolen oder Abzocke?» hat sich Börse Online des Themas ausführlich angenommen. Dazu erschienen sind Teil 1 und Teil 2 (Stand 2007-06-18).