Montag, 28. September 2020
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Brasilien: Hunger auf hochwertige Lebensmittel wächst

São Paulo / BR. (gtai) Dank der guten Wirtschaftslage kaufen die Brasilianer zunehmend ausländische Lebensmittel. Die Importe steigen jährlich um rund 30 Prozent. Für Produkte aus Übersee sind die Konsumenten bereit, saftige Preisaufschläge hinzunehmen. Der Bedarf an Convenience und qualitativ hochwertigen Produkten steigt stark. Der Trend geht zudem zu Lebensmitteln aus umweltverträglicher Produktion, berichtet Germany Trade + Invest (GTAI). Steigender Wohlstand und eine kaufkräftige Währung machen Brasilien auch interessant für deutsche Lebensmittelproduzenten. Laut einer Studie der Stiftung Getulio Vargas sind zwischen 2003 und 2009 rund 22,5 Millionen Brasilianer in die mittlere Einkommensklasse aufgestiegen, so dass nun 52 Prozent aller Konsumenten über monatlich zwei bis neun Mindestlöhne verfügen. In der Folge greifen immer mehr Verbraucher bei Markenprodukten zu, besonders gern bei denen aus Übersee. Nach Angaben des Institutes of Grocery Distribution, einer britischen Forschungs- und Lobbygruppe, übertrifft der brasilianische Lebensmittelmarkt mit einem Volumen von 185 Milliarden Euro den deutschen um 25 Milliarden Euro. Bis 2014 soll Brasilien auch Frankreich überholen und mit rund 284 Milliarden Euro weltweit zur Nummer sechs aufsteigen. Brasiliens Lebensmittelimporte schießen jährlich um 30 Prozent in die Höhe. Die meisten Waren kommen aus Argentinien, den USA, Chile und China. Deutschen Unternehmen der Ernährungswirtschaft bleibe bei einem Anteil von drei Prozent noch viel Luft nach oben, heißt es im GTAI-Bericht «Brasilien – Appetit auf Importschmankerl».