Montag, 2. August 2021
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Brita Gruppe: erweitert Campus in Taunusstein

Taunusstein. (brita) Gemeinsam mit dem Taunussteiner Bürgermeister Sandro Zehner haben Markus Hankammer, Stefan Jonitz und Dr. Rüdiger Kraege als Geschäftsführung von Brita am 18. Juni den Baubeginn für die Erweiterung ihrer Firmenzentrale eingeläutet. Das mittelständische Familienunternehmen, einer der weltweit führenden Experten für Trinkwasseroptimierung und -individualisierung, ist seit Jahrzehnten in der Region ansässig. Bürgermeister Sandro Zehner freut sich über den Baubeginn: «Die Erweiterung des Hauptgebäudes von Brita ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Taunusstein. Wir sind froh, dass wir eine gute Lösung im Sinne der Stadtentwicklung, des Baurechts und für Brita finden konnten und damit der Weg frei ist für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens und für moderne, flexible Arbeitsplätze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.» Pandemiebedingt war es ein virtueller, symbolischer Akt mit nur vier Teilnehmern.

Brita CEO Markus Hankammer führt aus: «Brita war im Grunde schon nachhaltig, bevor der Begriff zum Modewort wurde. Ich nenne nur diese Stichworte: Recyclingfähigkeit unserer Kartusche seit Jahrzehnten, unsere eigene Regenerierungsanlage, die uns von unseren Mitbewerbern unterscheidet, die frühzeitige Nutzung von Ökostrom an unseren Produktionsstandorten.» In jüngster Zeit errichtete Brita zudem eine neue Produktionsstätte in Bad Camberg, ein nachhaltiger Vollholzbau, immer noch eine Rarität. Sein Kollege CSO Dr. Rüdiger Kraege ergänzt: «Und genau dieser konsequente Nachhaltigkeitsgedanke steht jetzt im Mittelpunkt unserer Strategie.» Passend zu der Brita Vision «Wir wollen die Art und Weise, wie Menschen Wasser trinken, nachhaltig verändern» hat das Unternehmen zusätzlich zu Umsatz und Ergebnis eine weitere Kennzahl eingeführt, die kommuniziert werden wird. Ein Bestandteil davon bemisst, wie viele Plastikwasserflaschen Brita bereits heute durch seine Produkte ersetzt. Derzeit sind es beeindruckende über 4 Milliarden Flaschen pro Jahr. Dieser Beitrag soll jedoch weiter gesteigert werden, «denn,» so Markus Hankammer, «wir wollen weiterhin zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit kein Widerspruch ist, sondern Hand in Hand gehen.»

Nachhaltig zukunftsorientiert

Die Neubauten werden in ressourcenschonender Holzhybridbauweise – wegen des Schallschutzes in Kombination mit Beton – errichtet und mit intelligenten Lowtech-Lösungen ausgestattet, die für eine hohe Energieeffizienz sorgen. Mit Arup als Generalplaner entsteht ein durchdacht nachhaltiges Projekt. Stefan Jonitz, CFO der Brita Gruppe, der die Gesamtverantwortung für die Infrastrukturbauprojekte bei Brita trägt, erläutert: «Der sparsame Umgang mit Ressourcen zählt zu den wichtigsten Zielen von Brita. Das spiegeln zum Beispiel die konsequente Beleuchtung mit tageslicht- und präsenzgesteuerten LEDs, die Nutzung von Thermalenergie und nicht zuletzt die Sammlung des Regenwassers zur Klimatisierung der Büroräume wider.» Hierfür kommt ein adiabates Kühlsystem zum Einsatz, das auf der Nutzung der natürlichen Verdunstungskälte basiert und den völligen Verzicht auf schädliche Kühlmittel erlaubt. Das Regenwasser wird auch zur Bewässerung des Dachgartens auf dem Empfangsterminal genutzt.

«Die Nachhaltigkeit des Projektes zeigt sich nicht nur in der Verwendung ökologischer Baustoffe, in guten energetischen Kennzahlen und im Erreichen des KfW55-Standards,» ergänzt Tim Ahlswede, Leiter Architektur bei Arup in Deutschland. «Wesentlich sind zudem robuste Techniklösungen sowie Grundrisse, die die Arbeitsplatzbedürfnisse der Mitarbeiter auch in vielen Jahr noch erfüllen. Und genau das soll der neue Brita-Campus ermöglichen.»

In Etappen maßstäblich in die Umgebung eingebettet

Städtebauliche Grundlage des Entwurfs sind zwei Ideen. Zum einen ist ein offener, durchlässiger Campus geplant, der schrittweise mit dem tatsächlichen Raumbedarf des Unternehmens mitwachsen kann. Zum anderen soll das neue Ensemble mit zunächst zwei, final bis zu insgesamt fünf Büromodulen und einem eingeschossigen, verbindenden Empfangsterminal in jeder Bauphase mit dem bereits bestehenden Verwaltungssitz harmonieren. Die Fertigstellung der ersten Etappe mit zwei Neubauten ist für 2023 geplant. Mit dessen Realisierung werden rund 250 Arbeitsplätze (Schreibtisch-Sharing-Quote von 0,6) auf 8.345 Quadratmeter zusätzlicher Bruttogrundfläche entstehen.

Die Besonderheit sind die unterschiedlich hohen Büromodule, die so platziert sind, dass alle Arbeitsplätze über optimale Tageslichtverhältnisse und Sichtbezüge in die umliegende Wiesenlandschaft verfügen. Leichtigkeit, Feingliedrigkeit und eine pavillonartige Struktur der Baukörper sind weitere optische Kernelemente der Gestaltung

New Work – zeitgemäßes Arbeiten bei Brita, auch im Freien

Die drei- bis fünfgeschossigen Bürobauten verfügen über flexibel einteilbare Grundrisse. Die Skelettbauweise der Gebäudes unterstützt die Umsetzung alternativer, hybrider Arbeitsmodelle, wie Brita sie bereits in der Pandemie erprobt hat und wegen der großartigen Erfahrungen weiter anstrebt. Die offenen Bürolandschaften – entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut – ermöglichen eine kommunikative Arbeitswelt. Sie stärkt das Miteinander, indem sie die Aktivitäten der anderen Mitarbeitenden sichtbar macht und so den Austausch intensiviert. Neben gemeinschaftlichen Zonen für kleine und große Teams stehen auch abgeschirmte Rückzugsbereiche für konzentriertes Arbeiten oder vertrauliche Gespräche zur Verfügung.

Die Mitarbeitenden können frei entscheiden, wo und wie sie arbeiten wollen. Neben hohen Anteilen im Home Office stehen ihnen Arbeitsplätze in den Bürogebäuden, Kommunikations- und Kooperationszonen im Terminal sowie die Frei- und Grünflächen zur Verfügung. Für ein reibungsloses, angenehmes Arbeiten im Freien werden Arbeitsbereiche mit Sitzgelegenheiten und einem leistungsfähigen WLAN-Netz auf den Terrassen an den Gebäudestirnseiten und auf dem begrünten Dach des Terminalgebäudes eingerichtet. Spazierwege durch die weitläufigen Grünflächen sollen zur Bewegung anregen.

Maßgeblich zum Wohlbefinden der Mitarbeiter trägt der Baustoff Holz bei. Das nachwachsende, CO2-speichernde Material prägt die Büroräume nicht nur wegen des Tragwerks, sondern auch wegen der ebenfalls in Holz ausgeführten Pfosten-Riegel-Fassade. Sämtliche Holzoberflächen werden im Sinne eines ruhigen und konzentrierten Arbeitsumfelds einheitlich weiß lasiert (Bildrechte: ARUP – Fotograf: BRITA).