Montag, 3. Oktober 2022
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Bundeshaushalt 2022: IGF und ZIM müssen Gürtel enger schnallen

Köln. (eb) Auch die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) muss den Gürtel enger schnallen, damit Deutschland die aktuellen Herausforderungen stemmen kann. Wie aus einer AiF-Mitteilung hervorgeht, sieht der am 16. März 2022 veröffentlichte zweite Regierungsentwurf für den deutschen Bundeshaushalt 2022 Mittel für die industrielle Gemeinschaftsforschung IGF in Höhe von 180 Millionen Euro vor und für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand ZIM in Höhe von 600 Millionen Euro. 2021 lag das Budget für die IGF noch bei rund 200 Millionen Euro und für das ZIM bei 635,5 Millionen Euro, berichtet die AiF. Das sind unter dem Strich zehn respektive 5,5 Prozent weniger Fördermittel, die den genannten Organisationen zur Verfügung stehen.

«In einer Zeit, in der forschungsaffine kleine und mittlere Unternehmen durch die Folgen der Corona-Krise, die aktuelle geopolitische Lage und die laufenden Transformationsprozesse sogar in ihrer Existenz bedroht sind, ist eine Kürzung der Budgets für die weltweit einzigartige Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wirklich fatal,» sagt AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer zum Entwurf des Bundeshaushalts 2022 – der vor veränderten Herausforderungen steht als vor kurzem noch absehbar war. Die verschleppte Energiewende (Stichworte Tankrabatt, Heizkostenhilfe), der Angriff auf die Ukraine (Stichwort Flüchtlingshilfe) und nicht zuletzt die neuen Prioritäten in der Sicherheits- und Energiepolitik hinterlassen tiefe Spuren in der Realpolitik. Die nächste große Bewährungsprobe steht schon vor der Tür: In der Ukraine kommt wegen des russischen Angriffskriegs niemand dazu, die Felder zu bestellen. In normalen Jahren gehört die Ukraine zu den größten Kornkammern der Welt und liefert 20 Prozent des weltweiten Bedarfs.

Gegen die Kürzung von Forschungsgeldern zu protestieren, ist legitim. «Wirklich fatal» wäre, würde die Förderung komplett zusammengestrichen. Die Kürzung 2022 um zehn respektive 5,5 Prozent lässt sich dagegen auch als Dienst an der Gesellschaft verstehen: Jeder verzichtet ein wenig, damit möglichst viele der aktuell ziemlich wichtigen Ziele Aussicht auf erfolgreiche Erledigung haben.

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