Freitag, 23. April 2021
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Bundeskartellamt: verhängt Geldbußen gegen Kaffeeröster

Bonn. (bund) Das Bundeskartellamt hat Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 159,5 Millionen Euro gegen drei Kaffeeröster und sechs verantwortliche Mitarbeiter wegen Preisabsprachen verhängt. Bei den Unternehmen handelt es sich um die Tchibo GmbH in Hamburg, die Melitta Kaffee GmbH in Bremen und die Alois Dallmayr Kaffee oHG in München. Die Unternehmen wollen Widerspruch einlegen. Nach den Erkenntnissen des Bundeskartellamts existierte seit mindestens Anfang 2000 bis zur Durchsuchung der Unternehmen im Juli 2008 ein Gesprächskreis bestehend aus den Geschäftsführern und Vertriebsleitern der Kaffeeröster. Der Gesprächskreis hatte vor allem den Zweck, das Preisgefüge der wichtigsten Röstkaffeeprodukte bei den Endverkaufs- und Aktionspreisen aufrechtzuerhalten. Die Absprachen wirkten sich unmittelbar zu Lasten der Endverbraucher aus, da der LEH die Preiserhöhungen in der Regel unmittelbar an die Endverbraucher weitergegeben hat. So führten allein die beiden im Dezember 2004 und im April 2005 angekündigten Preiserhöhungen zu einem Anstieg der Endverbraucher- und Aktionspreise für Röstkaffee von durchschnittlich mehr als einen Euro je 500-Gramm-Packung. Die Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Gegen die Bescheide kann Einspruch eingelegt werden über das OLG Düsseldorf. Neben diesen Vorgängen hat das Bundeskartellamt im Januar 2009 weitere Verfahren gegen zahlreiche Kaffeeröster wegen des Verdachts von Preisabsprachen bei Kaffee für den Außer-Haus-Bereich eingeleitet. Diese Verfahren sollen in der ersten Hälfte 2010 abgeschlossen werden (Volltext).