Samstag, 18. September 2021
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BVE: Lebensmittelkennzeichnungen im Außer-Haus-Markt

Berlin. (bve) Das Thema «Lebensmittelkennzeichnungen im Außer-Haus-Markt» stand Anfang Oktober im Mittelpunkt der BVE Arbeitskreissitzung Food Service bei der Dr. Oetker Nahrungsmittel KG in Bielefeld.

Die rechtlichen Grundlagen der Lebensmittelkennzeichnung sowie die aktuelle Diskussion um Imitate beleuchtete Rochus Wallau vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde. «Die in den Medien oft ohne Sach- und Rechtskenntnis geführte Diskussion um sogenannte Imitate wird das Lebensmittelrecht möglicherweise verändern und droht, zu mehr Regulierung zu führen», lautet seine Schlussfolgerung. Dies ist jedoch nur schwer nachvollziehbar, da die Probleme mit dem bestehenden rechtlichen Rahmen und mehr Kontrolle gelöst werden können. Seiner Meinung nach ist die Verunsicherung der Verbraucher unbegründet geschürt worden, zumal der Anteil an Analogkäse auf dem deutschen Markt nur etwa 0,2 Prozent beträgt und Imitatschinken auf dem deutschen Markt nur als Importprodukt zu finden ist.

Die Tendenz, dass offizielle Anprangerungen im Internet salonfähig werden, wird in der Ernährungsindustrie als juristisch bedenklich eingestuft. Ein Beispiel hierfür ist die im März 2009 ins Internet eingestellte Pankower Negativliste, in der Namen und Adressen hygieneauffälliger Betriebe der Öffentlichkeit preisgegeben werden.

In seinem Praxiseinblick über den Umgang von Lebensmittelkennzeichnungen in einer Großküche stellte Rolf Hellweg von der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG klar, dass er als Küchenleiter darauf angewiesen ist, dass Lebensmittel auch im GV Bereich hinreichend gekennzeichnet sind. «Die Existenz von allergenen Stoffen wird von den Konsumenten am häufigsten nachgefragt, eine komplette Liste aller Inhaltsstoffe jedoch nicht», sagte Hellweg. Gerade am SB Regal gestaltet sich eine genaue Angabe von Nährwertangaben oft sehr schwierig, da Portionen von der Menge als auch von der Kombination der Speisen individuell zusammengestellt werden.

Christiane Kling vom Verband der Diätassistenten präsentierte zum Abschluss der Tagung die Erwartungen und Anforderungen an eine Lebensmittelkennzeichnung aus Sicht der Verbraucher. Sie wies darauf hin, dass es für bestimmte Zielgruppen lebenswichtig ist, dass man sich auch im Außer-Haus-Markt auf korrekte Informationen über Inhaltsstoffe verlassen kann. «Es ist allgemein ein Trend, wissen zu wollen was drin ist und vor allem digitale Medien müssen noch stärker zur Informationsweitergabe genutzt werden», forderte Kling. Ein ungelöstes Problem stellt jedoch weiterhin die richtige Anzahl der Informationen dar, die einem Verbraucher im Außer-Haus-Markt zuzumuten ist (Quelle).