Samstag, 18. September 2021
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20210710-COOP-SWEDEN

Coop Schweden: Alle 800 Filialen sind wieder geöffnet

Solna / SE. (eb) Nach der IT-Störung, die die Kassensysteme bei Schwedens Coop Gruppe in den meisten Teilen des Landes beeinträchtigte, sind nun alle gut 800 Filialen im ganzen Land wieder geöffnet. Die IT-Störung ist Teil eines größeren globalen Cyberangriffs auf das US-Softwareunternehmen Kaseya. Mehrere andere schwedische und internationale Unternehmen sind von demselben Vorfall betroffen.

Anmerkung der Redaktion: Weshalb offenbar nur On-Premise-Kunden von diesem Angriff betroffen sind und keine SaaS-Kunden (SaaS – Software as a Service – «Cloud»), ist ausführlich beschrieben in der Erörterung «Coop Schweden: Die eigentliche Gefahr lauerte On-Premise» vom 03. Juni 2021. Anmerkung Ende.

In Schweden wurde jedenfalls Tag und Nacht intensiv daran gearbeitet, die Probleme zu lösen und so viele Filialen wie möglich so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Hunderte von Technikern waren nach Coop-Angaben im Schichtbetrieb im Einsatz, um die Kassensysteme in allen betroffenen Filialen zu aktualisieren.

Gleichzeitig hat Coop sehr schnell die eigene mobile Bezahllösung «Coop Scan + Pay» eingeführt, damit Kunden und Mitglieder in dieser außergewöhnlichen Situation in den Filialen wieder einkaufen können. Die Scan + Pay-Lösung ist jetzt in mehr als 300 Geschäften verfügbar, und die App hat diese Woche die Charts im App Store und Google Play Store angeführt.

«Wir können sagen, dass wir gemeinsam – Mitarbeiter, Kunden und Mitglieder – nach dem genossenschaftlichen Modell durch diese Krise gekommen sind. Wir haben im ganzen Land heldenhafte Anstrengungen erlebt, die die Eröffnung unserer Filialen in Rekordgeschwindigkeit ermöglicht haben», sagt Magnus Johansson, CEO von Coop Schweden.

Gleichzeitig mit der Eröffnung hat Coop auf vielfältige Weise daran gearbeitet, die Verschwendung zu reduzieren, die durch die Schließung der Läden entstanden ist. Die Läden haben zum Beispiel mit anderen Geschäften in der Umgebung kooperiert, Kunden zu Kaffee und Erdbeeren eingeladen und Lebensmitteltüten mit Artikeln, die sonst im Müll gelandet wären, an verschiedene Hilfsorganisationen geliefert. Gemeinsam haben die Geschäfte und die Verbände der Ladenbesitzer kreative Lösungen gefunden, um den Abfall zu minimieren.

«Ich möchte mich bei allen Mitgliedern und Kunden für ihre Geduld und Unterstützung bedanken, sowie bei allen Lieferanten, die sich beteiligt haben. Und natürlich all die Helden in den Filialen, die gemeinsam mit den Kunden Lebensmittelabfälle reduziert und Lösungen gefunden haben», sagt Johansson.

Der nächste Schritt für Coop ist die Fortsetzung der Arbeiten zur Optimierung der Bargeldkapazitäten in den Filialen, die in einigen Filialen noch eine Weile eingeschränkt sein werden. Einige Zahlungsoptionen wie Shop-Express und Quick Checkout werden in einigen Geschäften für einen begrenzten Zeitraum nicht möglich sein. Auch diese werden in rasantem Tempo aktualisiert, so dass die Möglichkeit, Scan + Pay zu nutzen, bereits in vielen Geschäften des Landes verfügbar ist.

Magnus Johansson: «Coop hat in den letzten Jahren große Investitionen in IT und Sicherheit getätigt, aber wir sehen, dass wir mehr tun müssen. Dies ist ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft, nicht nur auf die schwedische Gesellschaft, und er ist in seinem Ausmaß selten. Wahrscheinlich gibt es viele Unternehmen und Behörden, die aus diesem Vorfall für die Zukunft gelernt haben. Wir werden in Zukunft analysieren, welche weiteren Anstrengungen unternommen werden müssen und wie sich dies sowohl finanziell als auch in anderer Hinsicht auf uns ausgewirkt hat, aber im Moment sind wir froh, dass wir zurück sind und dass wir gemeinsam eine Krise von globalem Ausmaß überstanden haben» (Foto: Coop Schweden).