Donnerstag, 1. Dezember 2022
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Corona-Ersparnisse der Deutschen stützen Konsum im Preisschock

Düsseldorf. (hbs) Die privaten Haushalte in Deutschland haben in den Jahren 2020 und 2021 rund 194 Milliarden Euro an zusätzlichen Ersparnissen gebildet, weil durch die Corona-Pandemie Einkaufs-, Freizeit- und Reisemöglichkeiten eingeschränkt waren. Etwas mehr als die Hälfte der zusätzlichen Rücklagen, rund 106 Milliarden Euro, entfallen auf die breite Masse der Haushalte. Von dieser Ersparnis dürften in den kommenden zwölf Monaten etwa 40 Milliarden Euro in den Konsum fließen, ergibt eine neue Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung (… von Ende März 2022, die die steigenden Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt). Diese Summe, immerhin gut ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts, könnte Konsum und Konjunktur angesichts von aktuellen und absehbaren Energiepreisschocks etwas stützen. Allerdings konzentrieren sich die zusätzlichen Ersparnisse bei einer Minderheit der privaten Haushalte, die Mehrheit hat keinen zusätzlichen Puffer zur Abfederung des Energiepreisschocks zur Verfügung. Deshalb sind auch politische Initiativen notwendig, um die Zusatzbelastung durch drastisch steigende Energiepreise (… und Lebensmittelpreise) zu mildern.

Download: Behringer, Jan; Dullien, Sebastian: Corona-Ersparnisse deutscher Haushalte stützen Konsum im Energiepreisschock – Hans-Böckler-Stiftung, IMK Policy Brief, Düsseldorf, 20 Seiten.

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