Donnerstag, 6. Oktober 2022
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Covid-19: Agrarmärkte im Lichte der Pandemie

Berlin. (dbv) Die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie führen zu einer noch nie gesehenen Marktsituation, berichtet der Deutsche Bauernverband (DBV). Im Einzelhandel werden derzeit Umsatzrekorde verbucht, während in der Gastronomie der Absatz plötzlich entfallen ist. Die gesamte Logistik der Lebensmittelkette steht unter Stress, bei Transport, Verarbeitung, Verpackung und Distribution.

Größere Unterbrechungen der Lebensmittelkette – wie sie derzeit in den USA zu beobachten sind – konnten in Deutschland und der Europäischen Union bisher vermieden werden. Dazu hat in Deutschland auch die Aufrechterhaltung der Einreise von Erntehelfen unter besonderen Vorkehrungen beigetragen.

In den kommenden Monaten muss sich die Landwirtschaft auf eine Phase der Unsicherheit an den Agrarmärkten einstellen, solange die allgemeine Konjunktur schwächelt. Die Nachfrage der Verbraucher nach Lebensmitteln ist jedoch nicht grundsätzlich eingebrochen. Eine erneute Agrarpreiskrise wie 2008/2009 ist keineswegs vorprogrammiert, wenn die Marktschocks durch Gegenmaßnahmen abgefangen werden können und der internationale Agrarhandel funktioniert.

Zur Stabilisierung beitragen wird die EU-Förderung der privaten Lagerhaltung für Milchprodukte sowie Rind- und Schaffleisch. Auch die großen Handelsketten stehen mit ihrer Einkaufspolitik jetzt in der Verantwortung, eine Wertevernichtung wie in der Krise 2008/2009 zu vermeiden.

Derzeit sind die Verbraucherpreise für viele frische Lebensmittel, vor allem Schweinefleisch und Obst/Gemüse, höher als vor einem Jahr. In den letzten Wochen ziehen auch bei Gemüse die Preise Corona-bedingt an. Bei Obst sind die steigenden Preise vor allem auf geringere Ernten zurückzuführen, bei Schweinefleisch auf den Importsog aus China/Asien wegen der Afrikanischen Schweinepest – heißt es im jüngsten DBV-Statusbericht.

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