Dienstag, 6. Dezember 2022
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«Customized Food»: Panemeo bäckt, was Kunden wollen

Salzburg / AT. (div) Wie ein Wilder habe er in den letzten Jahren gekämpft, sagt Bäckermeister Georg Hochleitner in Österreich. Seitdem selbst Diskonter frisch backen statt nur Regalware zu verkaufen, kommen den kleinen Bäckern die Kunden abhanden. Dem großen Bäckersterben wollte sich der Salzburger Bäckermeister nicht kampflos ergeben. Mit den Mengen und der Kalkulation von Großbäckereien und Supermärkten kann Hochleitner – drei Filialen, 20 Mitarbeiter – nicht mithalten. Also probiert er das Gegenteil: Jedes Brot wird individuell nach Rezept der Kunden gebacken. Gemixt und bestellt wird im Internet, das Brot bringt der Paketdienst. «Panemeo» heißt das Konzept, das von «MyMuesli» inspiriert ist (siehe WebBaecker 41/2008). Seit rund drei Wochen ist die virtuelle Backstube jetzt on Line. Mehr als 200 Kunden haben sich «ihr» Brot bislang backen und zusenden lassen: 20 Prozent aus Österreich und 80 Prozent aus Deutschland. Selbst bei Kunden in Berlin würde das Brot binnen 24 Stunden ankommen, sagt der Bäckermeister. Zukunftsforscher bescheinigen dem Customized Food eine gute Entwicklung: Die Trends Gesundheit, Globalisierung, Ökologie oder Individualisierung würden die Essgewohnheiten entsprechend beeinflussen. Derzeit versendet «Panemeo» 20 bis 30 Pakete mit je zwei Laib Brot am Tag. Ab 1.000 Paketen pro Woche wäre «die Sache richtig spannend und rentabel», sagt Hochleitner, der den Familienbetrieb in zweiter Generation führt. «Es sind die Anbieter von Delikatessen, das Premium-Segment, das überlebt», unterstützt ihn die Zukunftsforschung. Das Segment Lebensmittel werde im Internet noch sehr unterschätzt.
Originaltext: «Do it yourself: Österreichisches Brot aus dem Internet»

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