Samstag, 15. Juni 2024
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Dehoga: fordert mehr Wertschätzung für die Gastronomie

Berlin. (dehoga) Seit vielen Jahren macht sich der Dehoga Bundesverband für die steuerliche Gleichbehandlung der Gastronomie stark. Konkret geht es um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der klassischen Gastronomie, in der Speisen noch frisch zubereitet und serviert werden. Dehoga-Präsident Ernst Fischer: «Die klassische Gastronomie garantiert den Fortbestand saisonaler und regionaler Spezialitäten. Unser Anliegen ist die Förderung von kreativer Vielfalt und Esskultur». Mit seiner Initiative «Fair schmeckt’s besser» bringt der Dehoga die bestehenden Widersprüche bei der Speisen-Besteuerung in Deutschland mit vielen konkreten Beispielen auf den Punkt:

  • Mit sieben Prozent Mehrwertsteuer fördert der Staat das Pizzastück «auf die Hand» vom Bäcker, den Fertig-Salat vom Discounter oder die Leberkäse-Semmel vom Metzger zum Mitnehmen. Mittlerweile stehen heiße und kalte Snacks, ja sogar warme Mahlzeiten wie Nudelaufläufe und Braten zur Auswahl im Take-Away-Geschäft.
  • Produkte wie Tiernahrung oder Popcorn im Kino werden mit sieben Prozent Mehrwertsteuer belegt, das frisch zubereitete Essen im Lokal dagegen mit vollen 19 Prozent.
  • Catering für Kitas, Schulen und Seniorenheime unterliegt 19 Prozent Mehrwertsteuer, das Catering für Studenten an Universitäten dagegen nur sieben Prozent. Und der Partyservice mit Einweggeschirr wird zwölf Prozent niedriger besteuert als das gleiche Geschäft mit Porzellangeschirr.

Auch ein Blick über die Grenzen hilft weiter, schreibt der Bundesverband. So gelten in 15 von 28 EU-Staaten reduzierte Steuersätze für die Gastronomie. Fischer: «Ob Frankreich, Spanien oder Italien – Esskultur und kulinarisches Wirken erfahren dort eine höhere Wertschätzung als bei uns».