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Der bundesdeutsche Bio-Markt ist kein Nischenmarkt mehr

Bonn. (bzfe) Welche Bedeutung der Bio-Markt zwischenzeitlich bei uns hat, beleuchtete Jochen Geiger, Geschäftsbereichsleiter ÖKO der Beiselen GmbH in Ulm, anlässlich der Getreidetagung des Verbands der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller (VDGS), die kürzlich in Weihenstephan stattfand.

Demnach legte der Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt um 5,5 Prozent zu. Insbesondere die Discounter und Vollsortimenter des Lebensmittel- Einzelhandels steigerten den Umsatz mit ausgeweiteten Sortimenten. Bioprodukte sind kein Nischenmarkt mehr, sondern haben sich zu einem normalen Marktsegment entwickelt.

Nach dem Ökobarometer 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) kaufen Verbraucher Biobrotwaren zu 6 Prozent ausschließlich, zu 25 Prozent häufig und zu 41 Prozent gelegentlich. Bei Trockenwaren (Mehl, Nudeln, Reis) aus ökologischer Produktion sind die Relationen ähnlich: zu 7 Prozent ausschließlich, zu 22 Prozent häufig und zu 45 Prozent gelegentlich. Am besten ist die Relation übrigens bei Bioeiern: diese kaufen Verbraucher zu 35 Prozent ausschließlich, zu 33 Prozent häufig und zu 22 Prozent gelegentlich.

Nach Angaben des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gab der «statistische Bundesbürger» in 2017 pro Jahr 122 Euro für Bioprodukte aus; der Marktanteil am Gesamtumsatz lag bei rund 5 Prozent. Zum Vergleich: in Österreich waren es 196 Euro je Person, bei 8,9 Prozent Marktanteil und in Dänemark 278 Euro pro Person, bei 13,3 Prozent Marktanteil.

Im Bereich Öko-Getreide sind die Anforderungen an den Verarbeiter zur Qualitätssicherung vielfältig, sagte Geiger. Dazu gehören zum Beispiel die Untersuchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände (zirka 570 verschiedene Wirkstoffe), ein optimales Lagermanagement sowie die ausschließliche Verwendung Bio-konformer Rohstoffe im gesamten Herstellungsprozess – berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) von der VDGS Getreidetagung.