Home > Markt + Unternehmen > Doppelkorn: vom Vorzeigebetrieb zur Pleite-Bäckerei

Doppelkorn: vom Vorzeigebetrieb zur Pleite-Bäckerei

Hannover. (eb) So richtig weiß im Moment eigentlich keiner so genau, wie es um die Vollkornbäckerei Doppelkorn GmbH bestellt ist. Wie ein blühendes Unternehmen Zug um Zug demontiert werden kann, dafür liefert die 1984 als kollektiver Betrieb gegründete Biobäckerei gerade ein trauriges Beispiel. Seit dem Jahr 2000 eine GmbH und unter Leitung von Manfred Dust konsequent saniert, modernisiert und vergrößert, stand ein Generationswechsel an. Der ist bislang sowas von gründlich schiefgegangen, dass man jedem verkaufswilligen Unternehmer nur raten kann, sich über einen potenzielle Nachfolger nicht nur zu freuen, sondern ihn auch möglichst intensiv zu durchleuchten.

Doppelkorn ist eine Institution in Hannover. Zum Unternehmen gehören/gehörten acht eigene Verkaufsgeschäfte, darunter zwei Backshops in den Bio-Märkten Denn’s und Erdkorn sowie zwei Produktionsstätten. Zu Hochzeiten waren 80 Mitarbeitende bei Doppelkorn beschäftigt, davon zehn in der Produktion und drei in der Verwaltung. Seit 2009 findet die Hauptproduktion in Laatzen statt. Dort wird oder besser wurde in Öfen mit modernster ökologischer, energiesparender Technik gebacken.

Im Februar dieses Jahrs verkaufte Manfred Dust (68) sein gut aufgestelltes Unternehmen an Manuel Pietrusky (36) und freute sich auf den wohlverdienten Ruhestand. Doch es kam alles anders als gedacht und die rasante Entwicklung lässt sich anhand folgender Schlagzeilen gut nachvollziehen:

Weshalb es nach Angaben des österreichischen Standards am Montag dieser Woche Manfred Dust war, der vor dem Amtsgericht Hannover den Insolvenzantrag stellte, ist derzeit noch ziemlich verworren und schlecht aufzulösen. Jedenfalls sind alle Filialen des ehemaligen Vorzeigebetriebs geschlossen. Nachdem der Bäckereiunternehmer Dust sein Lebenswerk an den Schuhverkäufer Pietrusky veräußert und noch einmal für ihn gebürgt hatte, soll der mehr oder weniger schnell abgetaucht sein und das Unternehmen fast umgehend an Gerhard Haidacher (54) verkauft haben, österreichischer Goldmedaillen-Gewinner im Viererbob von 1992. Nun liegt der Verdacht des betrügerischen Bankrotts und der Insolvenzverschleppung in der Luft und die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt.