Freitag, 23. April 2021
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EHEC: Gute Hygienepraxis schützt vor Infektion

Bonn. (aid) Bundesweit infizieren sich derzeit immer mehr Menschen mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC. Die Ursache dafür ist noch ungewiss. Vor allem erwachsene Frauen scheinen von einer Erkrankung betroffen zu sein. Im Verdacht steht bislang unzureichend gewaschene Rohkost. Einer Infektion vorbeugen können Verbraucher vor allem durch die Einhaltung einfacher Hygienemaßnahmen, berichtet der aid infodienst:

  • Gründliches Händewaschen: Hände gründlich reinigen, am besten mit warmem Wasser und Seife vor und während der Zubereitung von Lebensmitteln, vor dem Essen und nach dem Toilettenbesuch, dem Kontakt mit anderen Personen, insbesondere Kranken und nach dem Kontakt mit Haustieren. Auf diese Weise werden Keimübertragungen wirkungsvoll unterbunden.
  • Reinhaltung des Arbeitsplatzes Küche: Alle Flächen und Geräte, die für die Speisenzubereitung verwendet werden sollten vor, während und nach der Zubereitung von Lebensmitteln gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt und mit klarem Wasser abgespült werden. Krankheitserreger wie EHEC sind sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Nicht vergessen: Türklinken, Schranktürgriffe, den Küchenmülleimer und das Spülbecken nach Beendigung der Küchenarbeit gründlich reinigen und trocknen. Spüllappen und Trockentücher gründlich auswaschen und trocknen, regelmäßig bei mindestens 60° Celsius waschen. Spülutensilien regelmäßig gegen Neue austauschen.
  • Rohes Obst und Gemüse gründlich waschen: Vor dem Verzehr alles rohe Obst und Gemüse gründlich mit kaltem Wasser waschen, gegebenenfalls zusätzlich schälen, um anhaftenden Schmutz, Erdpartikel und Keime zu entfernen.
  • Trennung von reinen und unreinen, rohen und gekochten Lebensmitteln: Bei der Zubereitung dürfen so genannte reine Lebensmittel und Speisen wie gewaschener und geputzter Salat oder Desserts, die nicht mehr erhitzt werden, nicht in Berührung kommen mit so genannten unreinen Lebensmitteln, das heißt noch nicht gewaschenem Obst und Gemüse oder rohem Fleisch, Geflügel, Fisch, Eiern, die mit Krankheitserregern behaftet sein können. Am besten die Lebensmittel nacheinander oder räumlich getrennt auf einem separaten Schneidebrett und mit anderem Messer zubereiten. Anschließend Arbeitsplatz und die verwendeten Küchengerätschaften gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine reinigen. Beim Lagern alle Lebensmittel in Behältern oder mit Folien vor Kontakt untereinander geschützt aufbewahren. Im Kühlschrank gegarte Lebensmittel strikt getrennt von Ungegarten lagern, in dem man sie eine Ebene über den rohen platziert.
  • Lebensmittel ausreichend kühlen und gründlich erhitzen. Die meisten Krankheitserreger können sich sehr schnell vermehren, wenn Lebensmittel bei Raumtemperaturen gelagert werden. Bei Kühlschanktemperaturen um 5° Celsius oder über 60° Celsius ist ihr Wachstum verlangsamt respektive gestoppt. Bei Temperaturen über 70° Celsius sterben die meisten von ihnen. Aus diesem Grund sollten gekochte und verderbliche Speisen nicht lange ungekühlt bei Zimmertemperatur herumstehen. Warme Speisen abkühlen und abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Kurzes, gründliches Erhitzen auf Kerntemperaturen von über 70° Celsius tötet nahezu alle gefährlichen Mikroorganismen in Lebensmitteln ab (Quelle: aid).

Ergänzung: Stellungnahme des Robert Koch-Instituts vom 26. Mai

«Seit der zweiten Maiwoche sind vermehrt Personen an blutigem Durchfall und dem so genannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt. Die Fälle traten vor allem in Norddeutschland auf, es gibt aber auch vorläufige Meldungen aus Süd- und Ostdeutschland. Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden bis zum Abend des 25. Mai 2011 rund 214 HUS-Fälle übermittelt, darunter zwei Todesfälle. Am 25. Mai haben das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die zeigt, dass vom aktuellen EHEC-Ausbruch betroffene Patienten in Hamburg signifikant häufiger rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate verzehrt hatten als gesunde Studienteilnehmer. Das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung empfehlen über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate besonders in Norddeutschland nicht roh zu verzehren. Die Herkunft des Gemüses ist bisher nicht bekannt».

Das RKI vermittelt nicht den Eindruck, als wollte es seine Nachforschungen einstellen, nachdem es EHEC-Keime auf spanischen Salatgurken nachweisen konnte. Sicher ist, dass die spanischen Salatgurken «eine» Quelle sind. Dass sie die einzige EHEC-Keim-Quelle sind – dieser Sichtweise möchte sich das RKI (noch) nicht anschließen.