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Eine KassenSichV, drei Standpunkte

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Bremerhaven. (eb) «Im Zeitalter der Digitalisierung lassen sich alle Kasseneingaben sofort speichern. Wozu überhaupt Kassenbons ausdrucken, ob im Einzelhandel oder Supermarkt – außer auf Verlangen der Kunden? Statt mehr Bons sollten so gut wie keine mehr ausgedruckt werden – das wäre sinnvoll und umweltschonend», fassen Die Freien Bäcker – Zeit für Verantwortung e.V. – in ihrer jüngsten Medienmitteilung ein Dilemma zusammen, das derzeit die gesamte Republik beschäftigt. Doch so einfach ist das nicht. Es gibt gute Gründe für die Belegausgabepflicht, wie die folgenden drei Informationsschnipsel beweisen. «Verlangen wir künftig Kassenbons!» würden Sie sofort unterschreiben, wenn Sie den Beitrag gelesen haben. Die Stellungnahme des EHI Retail Institutes «Eine Menge Holz» ist eher enttäuschend und fast schon tendenziös. Sehr umfangreich und vielseitig sind die Informationen der Freien Bäcker aus Barsinghausen. Wir haben uns redaktionell gerettet, in dem wir die knappe Zusammenfassung mit vielen Verknüpfungen unterlegt haben, also jede Nuance vorhanden und erreichbar ist und bleibt, sofern am anderen Ende niemand abschaltet.

Apropos Rechtsstaat: Verlangen wir künftig Kassenbons!

Düsseldorf. (wiwo) Der Rechtsstaat soll nun also stärker an der deutschen Grenze verteidigt werden, stellte Autor, Moderator und Kolumnist Marcus Werner aus einem (im Juli 2018) gegebenen Anlass in der WirtschaftsWoche fest. Doch wie wäre es, wenn wir uns auch in unserem schönen Land stärker für geltendes Recht engagieren – schon im Kleinen: etwa beim Bezahlen in der Bar oder beim Kassieren im Café. Den Kassenbon verlangen sollte gute Handelstradition werden, stellte Werner schon vor 18 Monaten fest und nennt in unterhaltsamer Weise gute Gründe dafür.

Bonpflicht: Eine Menge Holz. Doch wieso kein Altpapier?

Köln. (eb) Vom EHI Retail Institute hätten wir eigentlich mehr erwartet. Doch plötzlich geisterte diese Berechnung durchs Internet, aus der alle willkürlich irgendwas zitierten. Kernaussage: «Bei knapp 20 Milliarden Transaktionen im deutschen Handel bedeute die neue Belegausgabepflicht pro Jahr 2,375 Millionen Kilometer respektive 5,7 Millionen Kilogramm zusätzliches Kassenpapier. Zur Herstellung des Papiers werden etwa 12,54 Millionen Kilogramm Holz verbraucht. Das entspricht pro Jahr etwa 8.500 Fichtenbäumen mit einer Höhe von 25 Metern und einem Durchmesser von 0,4 Metern. Oder einem gefällten Baum pro Stunde.» Da muss man direkt mal nachfragen: Hat denn das EHI niemanden, der den Materialaufwand in Tonnen Altpapier umrechnen kann, die als Öko-Kassenpapier einer Wiederverwertung zugeführt werden können?

Danke an die Freien Bäcker für die freie Auswahl

Barsinghausen. (eb) Auch Die Freien Bäcker – Zeit für Verantwortung e.V. – haben in diesen Tagen ihrem Ärger Luft gemacht. Die Informationen sind vielseitig und Themen vermischen sich. Hier wird zwar auch über die «praxisfernen technokratischen Wasserköpfe auf EU-, Bund- und Länderebene» geschimpft. Doch ansonsten hat der WebBaecker kaum was gefunden, was er nicht auch unterschreiben könnte. Der Verein hatte an diesem Montag zu einer «Bon-Präsentation» aufgerufen, die sich wohl quer durchs Land zog und bei der beeindruckende Fotos entstanden bei der Biobäckerei Weber in Winnenden, der Bäckerei Wimmer in Bad Windsheim, der Bäckerei Schüren in Hilden, der Bäckerei Meffert in Lemgo und bei LindenBackt in Hannover. Danke an Roland Schüren und Anke Kähler für die vielseitige Auswahl (Foto: pixabay.com).