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Entner: saniert sich über Insolvenz in Eigenverwaltung

Wendelstein. (ag / bra) Die Entner GmbH Bäckerei und Konditorei, vertreten durch den Geschäftsführer Günter Entner, hat vor dem Amtsgericht Nürnberg Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die wurde dem Unternehmen im Landkreis Roth in dieser Woche auch bewilligt (800.IN.106/15). Zum vorläufigen Sachwalter bestimmte das Gericht den Rechtsanwalt Klaus-Christof Ehrlicher aus Nürnberg. Die Bäckerei-Konditorei Entner verkauft ihre Produkte im Großraum Nürnberg. Der Familienbetrieb in dritter Generation mit rund 270 Mitarbeitenden zählt insgesamt 46 Fachgeschäfte. Löhne und Gehälter sind durch das Insolvenzgeld bis Ende März gesichert; der Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter. Mit der Eigenverwaltung treibt der Handwerksbetrieb seine Neuausrichtung voran. Er wird dabei von den Sanierungsexperten Detlef Specovius und Joachim Zobel unterstützt. «Die Insolvenz ist definitiv nicht das Ende der Bäckerei Entner», sagt Specovius in einer Mitteilung. «Vielmehr ist sie der nächste konsequente Schritt hin zu einer völligen Neuausrichtung». Die kommenden Wochen würden Entner und Experten nutzen, um mit den Gläubigern einen Sanierungsplan abzustimmen. «Unser Ziel ist, den Handwerksbetrieb mit so vielen Filialen wie möglich zu erhalten. Mit einem geordneten Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung haben wir gute Chancen, die Bäckerei zu sanieren», sagt Specovius. Der seit 60 Jahren bestehende Betrieb leidet unter den bekannten Problemen, mit denen das Bäckerhandwerk bundesweit zu kämpfen hat. Das führte bei Entner dazu, dass derzeit einige Fachgeschäfte nicht kostendeckend arbeiten können. Die Bäckerei hat deshalb begonnen, sich am Markt als Anbieter qualitativ hochwertiger Backwaren zu positionieren. Sie will künftig mehr auf regional produzierte Rohstoffe setzen und überlange Transportwege von Backwaren im Großraum Nürnberg vermeiden. «In den letzten Monaten haben wir kräftig investiert und schon mehrere Filialen modernisiert. Diesen Weg werden wir konsequent weiterverfolgen», sagt Prokurist Georg Entner in derselben Mitteilung.