Samstag, 4. Februar 2023
Deutsch Englisch

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte geben das zweite Mal in Folge nach

Wiesbaden. (destatis) Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im November 2022 um 28,2 % höher als im November 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, verlangsamte sich damit der Preisauftrieb auf Erzeugerebene zum zweiten Mal in Folge. Im Oktober hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +34,5 % gelegen, im September bei +45,8 %. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2022 sanken die Erzeugerpreise im November 2022 um 3,9 %. Das war der zweite deutliche Preisrückgang im Vormonatsvergleich in Folge (- 4,2 % Oktober 2022 versus September 2022).

20221220-DESTATIS-01

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie, bedingt durch den hohen Wägungsanteil der Energiepreise am Gesamtindex in Kombination mit außergewöhnlich hohen Preisveränderungen. Zudem stiegen, teilweise infolge der Preissteigerungen für Energie, auch die Preise für Verbrauchsgüter, Vorleistungsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter deutlich an.

Auch für den Rückgang des Erzeugerpreisindex gegenüber dem Vormonat ist die Entwicklung der Energiepreise hauptverantwortlich. Die Energiepreise waren im November 2022 im Schnitt 65,8 % höher als im Vorjahresmonat. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungen versus dem Vorjahr bei Energie hatten die Preissteigerungen für Erdgas in der Verteilung, gefolgt von denen für elektrischen Strom (…).

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im November 2022 um 18,5 % höher als im November 2021 und stiegen gegenüber Oktober 2022 leicht um 0,2 %. Nahrungsmittel waren 24,2 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Zucker (+54,8 % gegenüber November 2021). Die Preise für Schweinefleisch waren 42,5 % höher als im November 2021, für Käse und Quark 40,2 %. Butter kostete 37,1 % mehr als im Vorjahresmonat, Milch 34,7 %. Kaffee war 25,2 % teurer als vor einem Jahr (…).

20221220-DESTATIS-02

Hohe Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern

Vorleistungsgüterwaren im November 2022 um 13,8 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber Oktober 2022 sanken diese Preise um 0,7 %. Einen großen Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat in dem Bereich hatten die Preissteigerungen für Metalle mit einem Plus von 12,8 %. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2022 sanken die Metallpreise jedoch um 1,8 %. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 16,1 % teurer als im November 2021.

Die Preise für Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln stiegen binnen Jahresfrist um 146,0 %, Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten wurden 126,7 % teurer. Zeitungsdruckpapier verteuerte sich um 84,9 %. Getreidemehl war 39,2 % teurer als im November 2021, Futtermittel für Nutztiere 26,8 %.

Chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 26,0 %. Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit +74,9 %. Das für die Düngemittelherstellung wichtige Vorprodukt Ammoniak kostete 64,6 % mehr als im November 2021 (…).

Investitionsgüter kosteten 7,8 % mehr als im Vorjahr. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber November 2021 hatte der Auftrieb für Maschinen mit plus 10,0 %, gefolgt von denen für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+5,7 %). Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für gewerbliche Geschirrspülmaschinen (+24,0 %) und Turbinen (+ 20,4 %) (Grafiken: Destatis).

backnetz:eu
Nach oben