Dienstag, 26. Oktober 2021
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EU-Kommission: warnt vor Erzeugnissen mit GV-Leinsaat

Brüssel / BE. (eu) Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten aufgerufen, Backwaren und andere Produkte mit gentechnisch veränderten Leinsamen aus dem Handel zu nehmen. Die aus Kanada stammende genveränderte Leinsaat «FP-967» sei in der EU nicht zugelassen, sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel. Seit Anfang September sind demnach bei der EU acht Warnungen über das Auftauchen von «FP-967» (auch «CDC Triffid») in Lebensmitteln eingegangen. Aufgrund der Warnungen sei es gelungen, die Herkunft der Saat zu ermitteln. Die kanadischen Behörden seien informiert worden und hätten Lieferungen in die EU umgehend gestoppt. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace handelt es sich bei FP-967 um eine Leinsaat, die gegen einen Unkrautvernichter resistent ist. FP-967, ursprünglich entwickelt von der kanadischen Universität Saskatchewan, ist in der EU seit 2004 verboten, in Kanada und den USA hingegen zum Verzehr zugelassen. Greenpeace zufolge wurden Nahrungsmittel mit der Leinsaat FP-967 bereits in Deutschland, Polen, der Schweiz, Belgien, Ungarn, den Niederlanden, sowie in Portugal, Rumänien, Luxemburg, Schweden und Großbritannien entdeckt. Nach Angaben des Schnellwarnsystems der EU exportiert Kanada 70 Prozent seiner Leinsaat-Ernte in die Europäischen Union. Jede Unterbrechung des Handels hätte «verheerende» Auswirkungen, sorgten sich kanadische Interessengruppen – vier an der Zahl – schon Anfang September.