Dienstag, 4. Oktober 2022
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Fazer-Gruppe: setzt solide Entwicklung 2021 fort

Helsinki / FI. (eb) Mit großen Schritten eilt die Fazer-Gruppe ihrer Zukunft entgegen. Was Beobachter lange schon als solides Familienunternehmen im Segment Bäckerei und Konditorei mit Mühlenbetrieb wahrnahmen, verändert sein Profil. Aufbauend auf starke Wurzeln und traditionelle Werte entsteht ein FMCG-Konzern, der sich nicht mehr nur auf das Baltikum beschränkt sondern in die Welt strebt. Zudem beweisen die Finnen eine große Innovationskraft und das Selbstverständnis, den grundlegenden Wandel der Ernährungsbranche und des gesamten Lebensmittelsystems an vorderster Front aktiv mitzugestalten. Glücklicherweise kommuniziert die Gruppe ihre Fortschritte ausführlich, so dass Interessenten Einblick gewinnen können in einen Transformationsprozess, der in diesem Ausmaß derzeit wohl ziemlich einzigartig sein dürfte in Europa – bei gleichzeitiger Beibehaltung von Werten und Wurzeln.

Die Kennzahlen in dieser Betrachtung sind dem Konzernabschluss der Gruppe nach IFRS entnommen. Die Zahlen sind noch ungeprüft. Der Verkauf der Division «Food Services» wurde am 31. Januar 2020 abgeschlossen. Die Division wird für Januar 2020 als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. 2020 belief sich der Nettoumsatz der Division auf 50,8 Millionen Euro. Die Zahlen in Klammern beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Zusammenfassung: VVS Christoph Vitzthum zum Geschäftsjahr 2021

Finanzielle Highlights im Geschäftsjahr 2021

  • Der Nettoumsatz stieg um 4 Prozent auf 1.139,8 Millionen Euro (1.101,2) aufgrund des starken Umsatzwachstums bei Fazer Confectionery.
  • Das vergleichbare Ebitda stieg um 2 Prozent auf 127,8 Millionen Euro (125,0). Die vergleichbare Ebitda-Marge lag mit 11,2 Prozent (11,4 Prozent) auf dem Niveau des Vorjahres. Das Ebitda sank um 11 Prozent auf 104,6 Millionen Euro (117,4).
  • Die Posten, die die Vergleichbarkeit des Ebitda beeinflussen, beliefen sich auf 23,2 Millionen Euro (7,6) und standen hauptsächlich im Zusammenhang mit den Änderungen im Betriebsmodell von Fazer Bakery in Schweden.
  • Das vergleichbare Betriebsergebnis stieg um 3 Prozent auf 62,8 Millionen Euro (60,8), was 5,5 Prozent des Nettoumsatzes entspricht (5,5 Prozent).
  • Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit belief sich auf 77,5 Millionen Euro (152,4), wobei der Rückgang hauptsächlich auf die ungünstige Entwicklung des Betriebskapitals zurückzuführen ist.

Kennzahlen 2021 der Fazer-Gruppe (nicht übersetzt)

(in million EUR or as indicated) 01-12/2021 01-12/2020 Change
Continuing operations
Net sales 1,139.8 1,101.2 4%
Comparable Ebitda 127.8 125.0 2%
Comparable Ebitda in percent 11.2% 11.4%
Items affecting comparability in Ebitda 23.2 7.6 204%
Ebitda 104.6 117.4 -11%
Ebitda in percent 9.2% 10.7%
Comparable operating profit 62.8 60.8 3%
Comparable operating profit in percent 5.5% 5.5%
Items affecting comparability in operating profit 22.9 8.9 158%
Operating profit 39.9 51.9 -23%
Operating profit in percent 3.5% 4.7%
Result before taxes 45.6 41.8 9%
Result for the period, continuing operations 31.6 32.6 -3%
Result for the period 32.0 440.4 -93%
Cash flow from operating activities 77.5 152.4 -49%
Return on equity in percent 3.5% 58.8%
Equity ratio in percent 68.3% 70.7%

Kommentar des Vorstandsvorsitzenden (VVS)

«Im Jahr 2021, in dem die Fazer-Gruppe ihr 130-jähriges Bestehen feierte, setzte sie ihre solide Entwicklung fort. Das Jahr war einmal mehr von der Covid-19-Pandemie und ihren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft geprägt. Wir haben der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter weiterhin höchste Priorität eingeräumt, da Vorschriften und Einschränkungen bei Reisen und Freizügigkeit unsere Arbeitsweise beeinflussten, und waren in der Lage, die Geschäftskontinuität zu gewährleisten,» sagt Christoph Vitzthum, Präsident und VVS der Fazer-Gruppe. Im Lauf des Jahres wurde die Gruppe nicht nur durch die anhaltende Pandemie, sondern auch durch die steigenden Kosten und die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Verpackungsmaterial und Logistik herausgefordert. Steigende Löhne und Energiekosten beeinträchtigten das Geschäft ebenfalls. Vitzthum: «Auch wenn wir von der Krise nicht gänzlich verschont geblieben sind, haben unsere proaktiven Maßnahmen zur Schadensbegrenzung, unsere starke Marke und unsere beliebten Produkte in Verbindung mit mutigen Innovationen die Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens deutlich gestärkt. Infolgedessen stiegen sowohl der Nettoumsatz als auch das vergleichbare Ebitda der Fazer-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr.»

Die Fazer Bakery verzeichnete 2021 eine solide Leistung mit einem Nettoumsatz auf Vorjahresniveau. Im Lauf des Jahres hat die Gruppe das Geschäft von Fazer Bakery aktiv weiterentwickelt. Vitzthum: «Wir haben ein neues Betriebsmodell für Fazer Bakery Sweden eingeführt, einschließlich einer Wiederverkaufs- und Vertriebsvereinbarung mit Polfärskt, und unsere Bäckerei in Lund im September geschlossen. Das neue Modell war erfolgreich, und wir sehen bereits positive Ergebnisse in Bezug auf eine verbesserte Rentabilität, einen besseren Kundenservice und einen geringeren ökologischen Fußabdruck. In Russland war die Nachfrage stark, besonders im Bake-off-Bereich. Unser russisches Geschäft wurde jedoch durch die gestiegenen Rohstoffpreise und die begrenzte Verfügbarkeit von Produktionspersonal besonders herausgefordert. Fazer Bakery Finnland hatte ein sehr erfolgreiches Jahr mit einer starken Performance: Wir eröffneten 17 neue Bäckereien nach unserem beliebten Shop-in-Shop-Konzept, womit sich ihre Zahl auf insgesamt 120 erhöhte. In den Shop-in-Shops von Fazer Bakery sind bereits insgesamt 700 Mitarbeiter in Finnland beschäftigt. Das Interesse unserer Einzelhandelskunden an diesem Konzept ist nach wie vor groß, und es ist zu erwarten, dass die Expansion des Bäckerei-Netzwerks weitergehen wird,» sagt Vitzthum. Das erfolgreiche Shop-in-Shop-Konzept der Bäckerei wurde auch nach Estland gebracht, wo es derzeit 10 Shop-in-Shop-Bäckereien gibt, von denen fünf im Jahr 2021 eröffnet wurden. Darüber hinaus prüft die Gruppe die Möglichkeiten einer weiteren geografischen Ausweitung des Konzepts.

Fazer Confectionery hat sich im Laufe des Jahres besonders gut entwickelt, sagt Vitzthum: «Der Nettoumsatz stieg um 8 Prozent, wobei der Umsatz im letzten Quartal des Jahres einen neuen Höchststand erreichte. Die kommerzielle Leistung war stark, mit ausgezeichnetem Wachstum in den Bereichen Countlines, Geschenke und Saisonartikel. Obwohl die Volatilität im Fazer-Einzelhandelsgeschäft aufgrund der sich ständig ändernden Restriktionen das ganze Jahr über anhielt, konnten wir ab 2020 eine teilweise Erholung feststellen. Auch unser Travel-Retail-Geschäft erholte sich allmählich von den sehr niedrigen Zahlen im Jahr 2020, blieb aber weiterhin auf einem deutlich unterdurchschnittlichen Niveau.» Im Herbst initiierte die Gruppe ein Projekt zur Untersuchung und Innovation von Lösungen für die Süßwarenproduktion der Zukunft und kam zu dem Schluss, dass die Investition in eine neue Fabrik von Weltklasse in Finnland die künftigen Erwartungen der Verbraucher erfüllen, die Arbeitsbedingungen verbessern und die Energieeffizienz steigern würde. Wird der Plan umgesetzt, würde die neue Fabrik die bestehenden Fabriken in Vantaa und Lappeenranta ersetzen.

Der Nettoumsatz von Fazer Lifestyle Foods lag auf dem Niveau des Vorjahres. Vitzthum: «Wir haben die Entwicklung des Unternehmens fortgesetzt und es in fünf Geschäftsbereiche umstrukturiert, um das volle Potenzial in Bezug auf Umsatzwachstum und Effizienz auszuschöpfen. Im Herbst haben wir unsere neuen Hafermühlen in Schweden und Finnland eingeweiht und damit unsere Hafermahlkapazität in beiden Märkten verdoppelt. Außerdem haben wir mit dem Hochfahren unserer Xylit-Fabrik begonnen. Durch die Übernahme des schwedischen Marktführers für pflanzliche Getränke, Trensums Food, und die Investitionen in Koria zur Erweiterung der Kapazitäten für Hafergetränke verfügt Fazer über eine solide Plattform, um das Wachstum in der Kategorie der Hafergetränke zu unterstützen. Ich sehe ein starkes Momentum für Fazer Lifestyle Foods in der Zukunft.»

Die Ernährungsbranche und das gesamte Lebensmittelsystem befinden sich derzeit in einem grundlegenden Wandel. Die globale Klimakrise, die zunehmende Geschwindigkeit von Lebensmittelinnovationen und das Aufkommen neuer Technologien sowie die sich schnell entwickelnden Verbrauchertrends verändern die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert, vertrieben und konsumiert werden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt, auf die Gesellschaft und auf unser Wohlbefinden. Christoph Vitzthum: «Neben der preisgekrönten Innovation der Kreislaufwirtschaft, der Fazer Xylitol-Fabrik, haben wir im Laufe des Jahres an mehreren Fronten Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit erzielt. Zu den wichtigsten Höhepunkten gehören die Genehmigung unserer wissenschaftsbasierten Ziele (SBTi) und unsere aktualisierten Nachhaltigkeitsziele.»

2022 wird die Gruppe ihre (bislang sehr erfolgreiche) Transformationsreise mit vollem Fokus auf FMCG fortsetzen. Vitzthum: «Unser umfassendes Verständnis der Verbraucherbedürfnisse und -erwartungen ist die Grundlage für die Entscheidungen, die wir heute in allen unseren Divisionen treffen, und prägt unser Portfolio von morgen – sei es durch Produktentwicklung, Innovationen, Partnerschaften oder Übernahmen. Die Möglichkeit einer Erweiterung unserer Aktionärsbasis durch eine Börsennotierung bleibt eine Option für die Zukunft» (Foto: Fazer Group – Video: Fazer über Youtube).

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