Mittwoch, 30. September 2020
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FI Europe: Mintel über Trendzutaten 2018

München. (mg) Die Food Ingredients Europe in Frankfurt am Main hat die Mintel Marktforschung zum Anlass genommen, Trendzutaten zu verkünden, die man 2018 im Auge behalten sollte. Neueste Ergebnisse von Mintel zeigten, dass es europaweit generell große Lust an neuen Zutaten gibt. Ganze 14 Prozent aller Italiener, 38 Prozent der Polen, 35 Prozent der Deutschen und 21 Prozent der Spanier geben an, dass sie es genießen mit Zutaten zu experimentieren. Vor diesem Hintergrund kommt die Marktforschung auf vier wesentliche Zutaten, die 2018 wahrscheinlich im Fokus stehen werden: sibirischer Chagapilz, grünes Bananenmehl, Hanfsaat und blaue Algen.

Sibirischer Chagapilz

Der Marktforschung zufolge ist das Interesse von Verbrauchern an Zutaten mit natürlichen Vorteilen hoch, was im neuen Interesse am Chagapilz resultiert. Fast drei Viertel (73 Prozent) der deutschen Verbraucher stimmen zu, dass sie die gesundheitlich förderlichen Effekte von natürlichen Lebensmitteln wie Früchten oder Gemüse den künstlichen Vorteilen von funktionellen Lebensmitteln vorziehen. Dagegen hat fast die Hälfte der spanischen Verbraucher (48 Prozent) funktionelle Lebensmittel oder Getränke mit Antioxidantien zu sich genommen.

Dazu sagt Emma Schofield von Mintel: «Traditionell ist der Chagapilz als medizinisches Heilmittel bekannt, da der Organismus viel Beta Glukan, Antoxidantien und B-Vitamine enthält. Chaga wird in der Regel zu einem feinen Pulver gemahlen und anschließend zu einem teeähnlichen Getränk gebraut. In letzter Zeit hat Chaga aber auch in kalten Getränken, Nahrungsmittelergänzungen und medizinischen Produkten Verwendung gefunden. Hersteller, die überlegen, Chaga zu verwenden, können die «adaptogenen Eigenschaften» des Produktes in den Vordergrund stellen. Obwohl der Begriff «Adaptogen» nicht wissenschaftlich definiert ist, bezieht er sich generell auf Substanzen, die dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen».

Grünes Bananenmehl

Gluten war die letzten Jahre in aller Munde, weil die Zahl der glutenfreien Produkte in die Höhe geschossen ist. Nach Daten aus der «Mintel Global New Product Database» (GNPD) waren zwölf Prozent aller Bäckereiprodukte, die in den zwölf Monaten vor September 2017 eingeführt wurden, als glutenfrei ausgezeichnet, verglichen mit nur sechs Prozent im Jahr vor September 2013. Ein Produkt, das diesen Trend ausnutzt, ist das grüne Bananenmehl, dessen Nutzung in Lebensmitteln und Getränken laut GNPD in letzter Zeit stark wächst.

Schofield: «Grüne Bananen sind zwar nur unreife gelbe Bananen, aber aus Perspektive der Ernährung sind sie sehr verschieden. Grünes Bananenmehl ist glutenfrei und ist reich an resistenter Stärke und wird daher als ein Ballaststoffreiches, ‘clean label’ und getreidefreies Mehl gehandelt».

Hanfsaat

Der Wunsch nach gesünderen Lebensstilen motiviert Verbraucher mehr Gemüse, Nüsse, Samen und Körner in ihre Ernährung einzubringen. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) aller deutschen Verbraucher geben an, dass sie mehr Protein zu sich nehmen als noch im letzten Jahr. 23 Prozent geben an, dass sie mehr vegetarische Lebensmittel, wie Sojaburger oder Veggie Würstchen essen, als im Jahr zuvor.

Schofield: «Hanfsaat wurden für lange Zeit ignoriert, doch die Zutat ist bekannt für die beinhalteten Aminosäuren und Proteine und enthält viele Nährstoffe wie zum Beispiel Vitamin E und Omega Fettsäuren. Hanf ist daher ein wertvolles pflanzlichen Protein, aus dem viele pflanzliche und ‘free-from’ Innovationen hergestellt werden können».

    Ergänzung: Erinnert sich noch jemand an HanfDampf aus dem Südwesten? Die noch existierende Website ist zum letzten Mal 2003 aktualisiert worden. Allerdings gibt es dort viele wissenswerte Informationen, wie sich Hanfsaat in der Brot- und Feinbäckerei und bei vielen anderen Produkten einsetzen ließe.

Blaue Algen

Obwohl der Geschmack früher einmal Priorität Nummer eins bei Nahrungsmittelinnovationen hatte, haben die sozialen Medien Innovationen angeregt, die besonders visuell ansprechend sind. Als Resultat dieser Entwicklung erhalten Farben und besonders natürliche Farbstoffe erhöhte Aufmerksamkeit.

Schofield: «Mit der Ausnahme einiger Beispiele wie Schimmelkäse und Blaubeeren ist Blau als Farbe nicht mit Lebensmitteln und Getränken verbunden. In letzter Zeit jedoch erleben blaue Nahrungsmittel einen Aufschwung. Das ‘Superfood’ Spirulina zum Beispiel verleiht Produkten sowohl Farbe wie gesundheitliche Vorteile. Blaue Spirulina ist immer häufiger in kalt-gepressten Säften, Proteinpulver und sogar Lattes zu finden»(Foto: pixabay.com).