Dienstag, 6. Dezember 2022
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Filialisten: Qualität geht vor Quantität

Hamburg. (div) In den Innenstädten, die für die klassischen Schnellkost-Anbieter zunehmend schwierig werden, sind immer mehr Bäckereifilialisten zu finden. Sie versorgen die Leute nicht nur mit bequemen Happen zum Mitnehmen, sondern werten ihre Filialen teilweise auch zum Café mit Sitzbereich auf; sowohl im Diskont- wie im gehobenen Segment. Erst kürzlich hatte die SB-Bäckereikette Back-Factory ihr neues Coffee-Bar-Konzept mit großzügigem Sitzbereich vorgestellt (siehe WebBaecker 40/2009). Jetzt zieht die Kamps GmbH mit einem Frontbaking-Konzept nach, das ein wenig an Pain Quotidien und die Marche-Bäckereien erinnert: «Kamps Backstube» heißt das Ergebnis, von dem es bereits drei Filialen gibt. Von den insgesamt 30 bis 40 Standorten, die die Bäckereikette in 2010 plant, sollen rund ein Drittel Backstuben sein, sagt Jaap Schalken, Vorsitzender der Geschäftsführung in Schwalmtal. Auf die Verarbeitung von Frischteig vor Ort setzt auch die Wiener Feinbäckerei Heberer mit ihrem «Ersten Wiener». Vor vier Jahren eröffnete die Pilot-Filiale am Berliner Alexanderplatz. Heute gibt es bundesweit 25 «Erste Wiener» in Top-Lagen. Generell gelte es, das gastronomische Angebot auszubauen, besonders an den Top-Standorten – sagt der geschäftsführende Gesellschafter Alexander Heberer. Künftig stehe deshalb auch nicht Filialisieren um jeden Preis im Vordergrund, sondern die Verbesserung des Angebots. «Wir müssen dem Kunden mehr bieten als bisher, und das wird honoriert», bestätigt Hans-Jochen Holthausen, geschäftsführender Gesellschafter von Harry-Brot, Muttergesellschaft der Back-Factory GmbH.

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