Dienstag, 6. Dezember 2022
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Finanzkrise: Agrarrohstoffe werden knapp und teuer

Frankfurt / Main. (dlg) Durch die weltweite Finanzkrise könnten wichtige Agrarrohstoffe schon bald knapp und teuer werden. Analyst Jochen Hitzfeld von der UniCredit in München rechnet spätestens in der zweiten Jahreshälfte mit einem neuen Preisboom bei Getreide und Ölsaaten. Vor allem in den Schwellenländern sei Landwirten der Zugang zu Krediten erschwert, wodurch die Expansion der Agrarproduktion in Russland oder der Ukraine zumindest vorerst gestoppt sei, begründete der Rohstoffexperte seine Einschätzung bei der Wintertagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), in Berlin. Hinzu komme eine weltweit rückläufige Nachfrage nach Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, was sich bei der nächsten Ernte negativ bei den Erträgen bemerkbar mache. Nach dem Preiseinbruch der letzten Monate seien die teuersten 30 Prozent der Weltproduktion von Agrarrohstoffen nicht mehr profitabel, weshalb die Anbaufläche von Winterweizen auf der Nordhalbkugel teils zweistellig eingeschränkt worden sei. Frank Gagel vom niederländischen Handelshaus Schouten Ceralco rechnet 2009 mit großen Schwankungen bei den Getreidepreisen. Beim Matif-Weizen – eine Brotqualität mit wenig Protein – sieht Gagel die Preisuntergrenze bei 130 Euro je Tonne. Mühlen, und Mischfutterwerke hätten bis zur neuen Ernte noch erheblichen Deckungsbedarf, so dass nach oben durchaus Luft bis 200 Euro je Tonne sei (Volltext).

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