Montag, 22. Juli 2024
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20160211-BROTZEIT

FMCG: Ein ungewöhnlicher Sommer zehrte an den Reserven

Nürnberg. (gfk) Geht es nach dem Consumer Index 07/2018 der GfK Marktforschung, dann war die Fußball-WM als Konsum-Highlight zwar ein Reinfall, doch dafür sorgte der Sonnenschein fast nur für Gewinner unter den von der GfK erfassten FMCG-Segmenten … außer bei Brot und Gebäck sowie bei den Heißgetränken. Es wundert also nicht, wenn nach den deutlich wärmeren Kalendermonaten April und Mai der Juli manche Bäckerei mit Blick auf den Umsatz an die Belastungsgrenze brachte. Die GfK beschreibt die Entwicklung der vergleichbaren LEH-Segmente wie folgt:

Bei der Tiefkühlkost profitierte vor allem das Speiseeis von den heißen Tageswerten mit weiterhin zweistelligen Wachstumsraten. Das wertmäßige Wachstum von rund 23 Prozent für Speiseeis gesamt im Juli 2018 (im Vergleich zum Vorjahresmonat) setzt sich dabei aus einem Plus von 30 Prozent bei den Hauspackungen und von 18 Prozent bei den Multipackungen zusammen. Die Einkaufshäufigkeit stieg im Juli von 2,1 auf 2,3 Mal und es griffen aktuell zudem 1,7 Millionen Haushalte mehr in die Eistruhen als im Juli 2017.

Allerdings hat die Tiefkühlkost diese dicke «Umsatz-Eiskugel» auch nötig, denn ohne das Speiseeis verbuchte die restliche TK-Ware im Juli einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent. Dieses negative Ergebnis kommt in erster Linie aus den Bereichen TK-Gemüse (minus 13,0 Prozent) und TK-Pizza+Snacks (minus 11,4 Prozent). Vor allem die TK-Pizza erlitt im Vergleich zum Vorjahresmonat einen deutlichen Käuferschwund (minus 1,06 Millionen Haushalte). Insgesamt befindet sich die Tiefkühlkost inklusive Speiseeis im aktuellen YTD (Januar bis Juli 2018) mit einem Umsatzplus von 2,4 Prozent im Mittelfeld der FMCG-Kategorien. Hier kommen ein Mengenplus von 1,2 Prozent und ein Anstieg der bezahlten Kilopreise um 1,1 Prozent zusammen.

Brot tut sich auch im Juli 2018 schwer und ist im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter rückläufig (Menge: minus sechs Prozent, Wert: minus fünf Prozent). Ähnlich sieht die Sache beim Kleingebäck (Brötchen + Co.) aus (minus sieben Prozent respektive minus acht Prozent). Einzig das Toastbrot bleibt bei der Menge stabil. Die Ausgaben sind sogar um drei Prozent gewachsen. Bei den Backwaren erleben vor allem die feinen Backwaren (Kuchen + Torten) einen deutlich Rückgang (Menge: minus 22 Prozent, Wert: minus 23 Prozent). Aber auch kleine Feinbackwaren (süße Teilchen) wurden weniger gekauft (minus zwei Prozent respektive minus drei Prozent). Offenbar verdirbt auch hier das heiße Wetter den Verbrauchern den Appetit.

Die Temperaturen haben sich im August zwar wieder normalisiert. Doch nach einem ungewöhnlich heißen Sommer, wie ihn die GfK mit Umsatzzahlen zweifelsfrei belegt, wundert es nicht, wenn wir aktuell von überdurchschnittlich vielen Bäckereien lesen, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben (Foto: pixabay.com).