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Forschung: Altbrot als wertvoller Energieträger

Esslingen. (hs) Über 10.000 Tonnen Altbrot landen allein in Südwürttemberg jährlich auf dem Müll. Christian Alber, Absolvent der Fakultät Versorgungstechnik und Umwelttechnik an der Hochschule Esslingen, hat in seiner Bachelorarbeit nachhaltige energetische Verwertungsmöglichkeiten von Altbrot im Bäckereigewerbe sowie deren Potential und Machbarkeit untersucht. Dem jungen Forscher und dem Projekt an sich kommen dabei zugute, dass Altbrot den gleichen Heizwert hat wie Holzpellets. Auf die Idee, die energetische Verwertung von Brot zu prüfen, war er durch sein Studium und seine Aushilfstätigkeit in einer Filderstädter Bäckerei gekommen. Dort musste er feststellen, dass Backbetriebe täglich sehr viel mehr produzieren, als verkauft werden kann. Das hängt bei den Großbetrieben vor allem mit Konzessionsverträgen zusammen, wonach bis Ladenschluss ein großer Teil des Sortiments angeboten werden muss. Was dann noch in den Regalen liegt, wandert in Tafelläden, wird zu Paniermehl verarbeitet oder als Tierfutter genutzt. Doch das Meiste bleibt übrig und wandert auf den Müll. Vor diesem Hintergrund werde selbst von den Kirchen akzeptiert, dass Altbrot auch als Energielieferant genutzt wird, sagt Alber. Die ethischen Bedenken seien geringer als bei der Verbrennung als Müll. Zumal die Belieferung gemeinnütziger Einrichtungen und Tafeln durch den neuen Verwendungszweck nicht beeinträchtigt würden. Jetzt hofft der Absolvent, einen Investor für eine Pilotanlage zu finden. Mit ihm an einem Strang ziehen unter anderem die Hochschule Esslingen und der Fachgroßhandel.
Info: So Sie Interesse haben, können Sie der Präsentation der Bachelorarbeit am Freitag, den 18. Dezember um 15:00 Uhr beiwohnen. Dann zeigt Christian Alber in der Bäckerei Alber, Echterdingerstraße 1 in 70794 Filderstadt, wie aus Abfall ein wertvoller Energieträger wird.