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Frischeiverarbeitung: Bayern lässt nicht locker

München. (liv) Wie im Juno berichtet, engagiert sich der Landesinnungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk sehr in Sachen Frischei – oder besser gesagt im Kampf gegen die VO(EG) 853/2004, nach der sich Frischei verarbeitende Backbetriebe künftig einem speziellen Zulassungsverfahren unterwerfen müssten. «Speziell» heißt in diesem Fall, dass – unter anderem – ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Auszug aus dem Katasteramt oder Lageplan, ein vollständiger Betriebsspiegel inklusive produktspezifischem Beiblatt (…) vorzulegen wären, wollten Betriebe auch in Zukunft frische Eier für ihre Wienerböden aufschlagen, anstatt zum Tetrapack zu greifen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMVEL) verweise nun auf «ausreichend Spielraum» in der deutschen Umsetzungsverordnung, heißt es aus Bayern. Damit ließen sich kleine Handwerksbetrieb von der Zulassungspflicht befreien. Darüber hinaus soll man nach BMVEL-Lesart darauf vertrauen, dass bei der Festlegung der Zulassungsprozedur jeweils die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt würden. Dies ist dem bayerischen Verband zu wage. Die angedachte Kleinbetriebsregelung liefere Betrieben vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels keine praktikable Option, sondern schaffe nur eine nicht zu vertretende Ungleichbehandlung. Als Lösung schlagen die Bayern vor, in die einschlägige Verordnung eine Klarstellung zur Zulassungspflicht von Betrieben so aufzunehmen, dass der innerbetriebliche Verkehr mit Backwaren – der Verkehr zwischen Produktionsbetrieb und betriebseigener Verkaufsstelle – auch bei Lebensmitteln tierischen Ursprungs als Abgabe von Lebensmitteln unmittelbar an Verbraucher interpretiert wird und somit zulassungsfrei bleibt (Volltext).