Donnerstag, 18. Juli 2024
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Frühjahrsputz: Social-Media-Nutzer räumen auf

Hamburg. (eb / bk) Der Lack ist ab und manches Unternehmen schließt seinen Facebook-Account. backnetz:eu hat sich daran nie beteiligt, weil die Kontaktpflege über Soziale Medien eher was fürs B2C-Geschäft wie die C2C-Beziehung ist und wir unsere «Zielgruppe» – Sie, liebe Leserinnen und Leser – überall sonst erreichen, nur kaum in den Daten-Fischereibetrieben dieser Welt. Andererseits ist es kein Widerspruch, dass für viele Menschen ein Leben ohne Soziale Medien kaum mehr vorstellbar ist. Fast neun von zehn Internetnutzern (87 Prozent) sind heute in Sozialen Netzwerken angemeldet – hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. Demnach können sich 38 Prozent der Social-Media-Nutzer ein Leben ohne Soziale Netzwerke gar nicht mehr vorstellen. 67 Prozent der Social-Media-Nutzer werden in Sozialen Medien immerhin auf Meinungen und Themen aufmerksam, die sie sonst nicht wahrgenommen hätten. Kurzum: Wer die Führung seiner Social-Media-Accounts nicht als zusätzliche Belastung empfindet, sondern seinen Nutzen daraus ziehen kann, der pflegt diesen (Marketing-) Kanal natürlich weiter. Alles andere wäre töricht.

Mittlerweile sollte auch jeder Social-Media-Konsument verstanden haben, dass es sich bei den Netzwerken nicht um «Soziale Einrichtungen» handelt, sondern um simple Werkzeuge und Archive, die verantwortungsvoll zu nutzen sind. Kommunikation ist mehr als nur die Fähigkeit, Lesen und Schreiben miteinander kombinieren zu können. Das Thema Datenschutz ist noch nicht ausreichend verankert in den Köpfen. Hier gibt es noch viel zu tun, bis auch der letzte Nutzer verstanden hat, dass der Schutz von Informationen auch was mit Respekt zu tun hat – gegenüber anderen und sich selbst. Bis es soweit ist, hilft ein digitaler Frühjahrsputz beim (sich selbst) Ordnen und Sortieren.

Entfernte Bekannte, Freunde, mit denen man sich auseinander gelebt hat, oder «Influencer», deren Themen nicht mehr zu den eigenen Interessen passen: Fast jeder zweite Social-Media-Nutzer (46 Prozent) prüft regelmäßig seine Kontakte in sozialen Netzwerken und entfreundet oder entfolgt einigen davon wieder. Das ist ein anderes Ergebnis der bereits genannten Bitkom-Umfrage. Für den Trend, die eigenen Geräte aufzuräumen und on Line in den Sozialen Netzwerken auszumisten, gibt es auch einen Namen: «Digital Declutter». Das Alter spielt dabei keine Rolle, schreibt der Bitkom. Demnach geben 47 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, 46 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 45 Prozent der 50- bis 65 Jährigen an, regelmäßig on Line aufzuräumen. Dabei geht es zu wie im richtigen Leben: «Wir vernetzen uns online miteinander, aber nicht zwingend für ein Leben lang. Das digitale Aufräumen kann den normalen Frühjahrsputz ergänzen», sagt Linda van Rennings, Social-Media-Expertin beim Bitkom. «Es gibt Menschen, denen es vor allem darum geht, online viele Kontakte vorweisen zu können und andere, die sich digital trennen, wenn sie sich auseinander entwickelt haben».