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Gesunde Ernährung: BMEL will weniger Salz, Fett und Zucker

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Berlin. (bmel) Deutschland hat es geschafft, die hohe Zufuhr von trans-Fettsäuren zu senken. Anknüpfend an diese Initiative sind jetzt veränderte Rezepturen für Lebensmittel mit weniger Zucker, Salz und Fett das Ziel.

Wie konnten die trans-Fettsäuren gesenkt werden? 2011 startete das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zusammen mit der Lebensmittelwirtschaft eine erfolgreiche Initiative zur Reduktion der trans-Fettsäuren in Lebensmitteln. Die Zufuhr sollte maximal ein Prozent der Nahrungsenergie betragen, da eine hohe Zufuhr das Risiko für Fettstoffwechselstörungen und für koronare Herzkrankheiten erhöht.

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) koordinierte mit wissenschaftlicher Unterstützung des Max Rubner-Instituts die Entwicklung einer Rahmenleitlinie und von sieben Produktleitlinien. Die «Leitlinien zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Lebensmitteln» wurden im Juni 2012 fertig gestellt und vom BMEL, dem BLL als Dachverband der Lebensmittelwirtschaft und weiteren 17 Verbänden der Lebensmittelwirtschaft, des Handels und der Gastronomie unterzeichnet. Insgesamt konnten sehr gute Erfolge erzielt werden: Eine hohe Zufuhr von trans-Fettsäuren ist praktisch kein Problem mehr.

Mit der geplanten nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten (Reformulierungsstrategie) sollen nun gemeinsam mit der Wirtschaft die Gehalte an zugesetzten Inhaltsstoffen mit gesundheitlichem Risikopotenzial wie Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz in ausgewählten Produktgruppen reduziert werden.

Die Änderung von Rezepturen für Lebensmittel (Reformulierung) ist ein Baustein eines ganzheitlichen Ansatzes, den das BMEL mit seiner ernährungspolitischen Gesamtstrategie verfolgt. Sie soll dazu beitragen, eine gesunde Ernährung insbesondere für solche Bevölkerungsgruppen zu erleichtern, die mit Informationen oder Aufklärung nicht oder schlecht erreicht werden.

Geplante nationale Reformulierungsstrategie

  • Reformulierung = Änderung von Rezepturen für Lebensmitteln
  • Die Zufuhr von Zucker, Fett und Salz ist nach wie vor zu hoch
  • Bestandteil eines ganzheitlichen ernährungsbezogenen Ansatzes für einen nachhaltig gesundheitsförderlichen Lebensstil
  • Beinhaltet die Stärkung des Verbraucherbewusstseins durch Informationen und Sensibilisierung
  • Förderung von Forschungsprojekten, die Rezepturen und Herstellungsverfahren unter die Lupe nehmen sollen
  • Beobachten der Ernährungs- und Gesundheitssituation, um die Erfolge der Reformulierungsmaßnahmen zu messen
  • Prüfen, ob bereits bestehende Labelvergabesysteme zur Kennzeichnung reformulierter Produkte geeignet sind

Mit seinen Annahmen und Erwartungen stützt sich das BMEL auf die Untersuchung «Salzkonsum in Deutschland: Ergebnisse der DEGS-Studie», die das Ministerium beim Robert Koch-Institut in Auftrag gegeben hatte. Die Studie ist Bestandteil des Gesundheitsmonitorings (Foto: pixabay.com).